Schmitz: ABDA will kein Geschäft mit Apps

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München -

Die ABDA will sich an der rasanten Entwicklung der Digitalisierung im Gesundheitswesen zwar beteiligen, mit modernen Apps allerdings kein Geld verdienen. Die Digitalisierung erfahre derzeit „einen wahren Hype“, sagte ABDA-Hauptgeschäftsführer Dr. Sebastian Schmitz in seinem Rechenschaftsbericht. Apps könnten Gesundheitsdaten sammeln, gezielte Informationen zu einzelnen Krankheiten bereit stellen, den Patienten während der Arzneimitteltherapie mit Erinnerungsfunktionen begleiten, sein Fitnesstraining kontrollieren und vieles mehr. Der Phantasie und den Erwartungen seien kaum Grenzen gesetzt. Die ABDA wolle dabei mitmischen, aber keine neuen Techniken erfinden oder mit Apps „Geld machen“.

Die persönliche Dienstleistung des Apothekers werde zukünftig von digitalen Diensten begleitet. Die ABDA habe als Verband dabei vorrangig zwei Dinge zu tun: Dafür zu sorgen, dass die Apotheker die „Zugriffsmöglichkeiten auf die Instrumente haben, die Sie bei Ihrer Berufsausübung im digitalen Umfeld unterstützen“. Zweitens müsse die ABDA die Orientierung behalten und „uns auf diejenigen Angebote und Instrumente konzentrieren, die bei der Versorgung der Patienten helfen können“.

Das Startsignal für die Verstärkung der digitalen ABDA-Aktivitäten habe der letzte Apothekertag gegeben. Kurz darauf habe der Gesamtvorstand der ABDA das Positionspapier „E-Health: Ethische Grundsätze“ verabschiedet. Diese definiere die Leitplanken. Zu den zentralen Grundsätzen zählt, dass die Daten der Patienten maximal geschützt werden und dass der Einsatz neuer Technologien nur nach einer sorgfältigen Abwägung von Aufwand, Nutzen und Risiken erfolgen dürfe.

Auch intern habe die ABDA Konsequenzen gezogen und eine eigene Abteilung IT und Telematik in unserer Geschäftsstelle aufgebaut, die den Beschlusses des Deutschen Apothekertages 2015 zur Errichtung eines apothekeneigenen IT-Netzes umsetze. Schmitz: „Diese Vorbereitungen laufen parallel zu den Aufbauarbeiten der Telematik-Infrastruktur im System der gesetzlichen Krankenversicherung.“

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