Baden-Württemberg

Noventi-Offensive: Vorbestell-App kostenfrei für Apotheker

, Uhr
Berlin -

Die von der Noventi-Gruppe entwickelte Arzneimittel-Vorbestell-App „callmyApo“ können Apotheker in Baden-Württemberg demnächst kostenfrei in ihren Apotheken einsetzen und den Patienten anbieten. Dazu haben der Landesapothekerverband Baden-Württemberg (LAV) und die Münchner Noventi Group jetzt eine erste Kooperation geschlossen. Das ist aber nur der Anfang: In Kürze will Noventi das kostenlose Angebot auch in weiteren Bundesländern ausrollen und damit die callmyApo-App zur führenden Apotheken-App in Deutschland machen.

Bislang müssen Apotheker neben einer Lizenzgebühr von knapp 20 Euro monatlich circa 200 Euro für die Grundinstallation der callmyApo-App bezahlen. Nach eigenen Angaben stellt Noventi die App jetzt kostenlos für Apotheken zur Verfügung.

„Mit einer Vorbestell-App verbinden wir die Vorteile, die die ortsnahe Apotheke unzweifelhaft bietet, mit dem nachvollziehbaren Kundenwunsch nach Flexibilität und digital gestützter Kommunikation“, erklärt dazu LAV-Präsident Fritz Becker. Dem Verband sei es darüber hinaus darauf angekommen, eine einheitliche, in ganz Baden-Württemberg eingesetzte Vorbestell-Lösung zu schaffen, die gleichzeitig eine Individualisierung durch die einzelne Apotheke ermöglicht. „So haben wir als Verband viel bessere Möglichkeiten einer zentralen Kommunikation dieses Angebots, während die einzelne Mitgliedsapotheke ein funktionales Kundenbindungsinstrument erhält, das zu ihrer Marke gehört, einfach zu bedienen ist und einen echten Mehrwert bietet.“

So sieht man es auch beim App-Anbieter, der Noventi HealthCare. CIO Herbert Wild: „Als ISO-zertifizierter und größter Rezeptabrechner in Deutschland ist die Noventi HealthCare GmbH mit ihrer Marke VSA ausgewiesener Spezialist für verlässliches Handling hoch sensibler Daten. Das gilt auch für unsere callmyApo-App. Sicherer Umgang mit hoch sensiblen Patientendaten, aber auch Einfachheit in der Bedienung in der Apotheke und beim Kunden zeichnen unsere App aus.“ In Kürze soll das kostenfreie Angebot laut Wild auf Bayern und andere Bundesländer ausgeweitet werden. Damit will Noventi mit seiner App zur Nummer 1 auf dem Apothekenmarkt aufsteigen.

Ab Ende Juni können die Mitglieder des Verbandes über ein Online-Bestellformular die App für ihre Apotheken bestellen. Die Kooperation ermögliche es, dass weder für die apothekenindividuelle Einrichtung noch für den Betrieb der App irgendwelche Kosten anfallen. Auch Bestandskunden, die als Mitglied des LAV die App bereits im Einsatz haben und dazu eine kostenpflichtige callmyApo-Lizenz erworben haben, werden diese App zukünftig kostenfrei erhalten.

Noventi-Geschäftsführer Dr. Hermann Sommer: „Wir verstehen uns zu 100 Prozent als Partner der Apotheken und auch als Partner des LAV. Gemeinsam mit dem Verband sind auch wir der Meinung, dass der Berufsstand einheitliche Antworten auf die Herausforderungen der digitalen Kundenkommunikation geben muss. Da helfen wir als apothekereigene Unternehmensgruppe gern!“

Die App callmyApo wird individuell auf die jeweilige Apotheke beispielsweise mit Logo und Öffnungszeiten konfiguriert. Der Endnutzer verbindet sich so direkt mit seiner Stammapotheke und kann dort seine Medikamente zu jeder Zeit und von überall her vorbestellen. Das funktioniert per Text- oder Sprachnachricht. Aber auch ein Rezept kann mit dem Smartphone fotografiert und dann über eine verschlüsselte Verbindung übertragen werden.

In der Apotheke kommt die Vorbestellung automatisch in einem speziellen Backend-System an – und sie ist dialogorientiert. So ist es der Apotheke möglich, mit automatisierten Antworttexten zu arbeiten, aber auch individuell mit dem Kunden zu chatten. Die Bestellabwicklung kann entkoppelt vom Tagesgeschäft flexibel organisiert werden. Der Kunde erfährt per Chat-Nachricht, wann er seine Medikamente abholen kann.

Gemeinsam mit der zur Noventi-Grupe gehörenden VSA hatte der LAV Baden-Württemberg zuletzt eine digitale Rezeptsammelstelle entwickelt. Das sogenannte callmyApo-Terminal ging in Neidlingen (Kreis Esslingen) an den Start. Inzwischen gibt es in Hundheim einen zweiten callmyApo-Terminal. Im Saarland ging ebenfalls am 25. Januar eine vom ARZ Darmstadt entwickelte digitale Rezeptsammelstelle in Betrieb.

Newsletter
Das Wichtigste des Tages direkt in Ihr Postfach. Kostenlos!

Hinweis zum Newsletter & Datenschutz

Mehr zum Thema
Neustart für Apothekenzeitschriften
Storck-Verlag ist insolvent »
Mehr aus Ressort
„Wir haben einen Flickenteppich und nichts funktioniert“
eGK und Gematik-App: Apothekerin verzweifelt fast »
Billigere Tests und mehr Personal
TestV: „Schikane den Apotheken gegenüber“ »
Münzgeld-Engpass droht
Geldtransporteure streiken! »

APOTHEKE ADHOC Debatte

Weiteres
„Wir haben einen Flickenteppich und nichts funktioniert“
eGK und Gematik-App: Apothekerin verzweifelt fast»
Billigere Tests und mehr Personal
TestV: „Schikane den Apotheken gegenüber“»
Münzgeld-Engpass droht
Geldtransporteure streiken!»
Auf antibakterielle Wirkstoffe besser verzichten
Hautcremes können dem Mikrobiom schaden»
Erste Leitlinie für Diagnose & Behandlung
Vitiligo: Wenn der Haut die Pigmente fehlen»