Medikamente now: Die Boten-Apotheker kommen

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Berlin -

„Wir sind die First Mover!“ Das Rennen der Bestellplattformen für Apotheken ist eröffnet. Vier Pharmazeuten aus Schleswig-Holstein haben nach etwa zwei Jahren Entwicklungszeit den neuen Service „Medikamente now“ mit viel Herzblut auf die Beine gestellt. Anders als bei anderen Portalen wird die Ware nicht nur vorbestellt, sondern direkt gekauft. Dadurch soll das Konzept auch für Industriepartner attraktiv werden.

Bernhard Ebbert, Sebastian Grau, Lars Peter Wall und Jan Henning Staggenborg sind die Gründer der Firma Superso. Die vier Elac-Apotheker sehen sich als Inkubatoren und haben fast zwei Jahre in die Entwicklung von „Medikamente now“ investiert. Amazon sei nicht allein das „Schreckgespenst“, gegen das sich Apotheker zur Wehr setzen müssen.

Seit dem EuGH-Urteil seien die Apptheker aus ihrer „Komfortzone“ gedrängt worden. „Apotheker müssen auch auf das E-Rezept und den möglichen Fall des Fremd- und Mehrbesitzverbotes vorbereitet sein“, sagt Staggenborg, der selbst vier Apotheken betreibt. Die „drohende Freigabe“ sei nur eine Frage der Zeit. „Wir können nicht blauäugig davon ausgehen, dass es so wie es ist weitergeht.“ Auch auf mögliche Selektivverträge der Kassen mit ausländischen Versandapotheken müssen Apotheken vorbereitet sein, denn einzeln werde es nicht funktionieren, so Staggenborg.

Und die Kunden würden immer bequemer. „Ab 21 Uhr auf der Couch ist Hochkonjunktur beim Onlinehandel“, so Staggenborg. „Der Apothekenmarkt muss sich neu ordnen.“ Niemand wisse, wie die Apotheke der Zukunft aussehe, „aber seitens der Politik kommt man in Deutschland auch mit nur mit 10.000 bis 15.000 Apotheken wunderbar klar“. Ziel sei daher ein flächendeckendes Apothekennetzwerk.

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