Datenschutz killt WhatsApp-Rezepte

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Berlin - Ab dem 25. Mai 2018 gilt die europäische Datenschutz-Grundverordnung (DS-GVO) in allen Apotheken. In Deutschland löst sie das bisherige nationale Datenschutzrecht ab. Damit kommen erhebliche Veränderungen auf die Apotheker zu. Für so gut wie alle Kundenkontakte sind Einwilligungen erforderlich. Die Datennutzung muss exakt protokolliert werden. Ob Apotheken jeder Größe einen Datenschutzbeauftragten ernennen müssen, kommt auf das Bundesland an. Und Rezepte dürfen nicht mehr wie heute über WhatsApp vorbestellt werden.

Zur Umsetzung der DS-GVO hat die Bundesregierung ein neues Bundesdatenschutzgesetz (BDSG-neu) erlassen. Auch dieses tritt am 25. Mai 2018 in Kraft. Alle Apotheken müssen sich daher mit den neuen Regeln befassen. Der deutsche Föderalismus macht die Sache noch komplizierter. Die Auslegung und Umsetzung der Regeln obliegt den Datenschutzbeauftragten der Länder – und hier gibt es noch unterschiedliche Sichtweisen.

Probleme könnte es künftig mit WhatsApp geben: Fast 70 Prozent der Deutschen nutzten 2017 den Dienst und viele Apotheken bieten ihren Kunden die Vorbestellung nicht nur von Rx-Arzneimitteln via WhatsApp oder Messenger an. Dies ist voraussichtlich in Zukunft nicht mehr zulässig. Zwar hat WhatsApp bereits auf die neuen Regeln reagiert, aber noch sind nicht alle Fragen geklärt. Eigentlich ist WhatsApp nur für private Zwecke zugelassen. Geschäftliche Kommunikation wird allerdings nicht geblockt und verfolgt.

Mit Blick auf die ab 25. Mai geltende DS-GVO wurde die zum Facebook-Konzern gehörende Kommunikations-App schon angepasst. In einer aktuellen Betaversion ist es den Nutzern möglich, alle Daten abzufragen, die WhatsApp erhebt und verwendet. WhatsApp-Nutzer können in den Konto-Einstellungen ihre Daten anfordern. Das kann bis zu 20 Tagen dauern. Die neue Datenschutzverordnung verlangt jedoch, dass die Verwendung von personenbezogenen Daten dokumentiert werden und jederzeit abrufbar sein muss.

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