Warum Apotheken nicht über Amazon verkaufen sollten

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Berlin -

Der Verkauf über Plattformen wie Amazon kann den Umsatz eines Einzelhändlers fraglos beflügeln. Ob sich das in jedem Fall lohnt, muss jeder Anbieter für sich ausrechnen. Einige Apotheken haben diese Frage für sich bejaht und bieten ihre Produkte bei Amazon an. Ein Gutachten des Juristen Professor Dr. Heinrich Amadeus Wolff kommt allerdings zu dem Schluss, dass der Verkauf zumindest in der derzeit praktizierten Form datenschutzrechtlich unzulässig ist.

Das „Rechtsgutachten über die datenschutzrechtlichen Voraussetzungen eines Verkaufs von Arzneimitteln über die Internetplattform ‘Amazon’” hat Wolff im Auftrag des Münchener Apothekers Dr. Hermann Vogel erstellt. Dieser geht bereits juristisch gegen Kollegen vor, die apothekenpflichtige Medikamente über die Plattform vertreiben.

Um endlich auch die Behörden auf die aus seiner Sicht bestehenden Missstände aufmerksam zu machen, hat Vogel sich den Beistand des renommierten Juristen gesichert. Wolff ist Inhaber des Lehrstuhls für Öffentliches Recht, Recht der Umwelt, Technik und Information an der Rechts- und Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Universität Bayreuth.

Wolff kommt zu dem Schluss, dass der Verkauf apothekenpflichtiger Medikamente über Amazon auf der Grundlage der gegenwärtigen Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) datenschutzrechtlich nicht zulässig ist, sofern der Kunde nicht in jedem Einzelfall eingewilligt hat, dass seine sensiblen personenbezogenen Daten verarbeitet werden. Zudem müsse der Verwendungszweck klar beschrieben und überschaubar sein und die sogenannte ermächtigte Person bestimmt sein.

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