Dieser OTC-Hersteller produziert für Amazon

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Berlin -

Amazon als Apotheke? Nach wie vor wartet die Branche auf den nächsten Schritt des Internetgiganten im Arzneimittelbereich. In den USA hat der Konzern derweil die ersten Gesundheitsprodukte als Eigenmarke im Angebot. Lieferant ist Perrigo, der Mutterkonzern des deutschen OTC-Herstellers Omega.

Amazon hatte seinen Angriff auf die Drogerie- und Apothekenketten eher unauffällig gestartet. Im August brachte der Konzern eine Reihe von Produkten unter der Dachmarke „Basic Care“ heraus. Inzwischen präsentiert Amazon auf seinen Online-Seiten 60 verschiedene Produkte.

Die Aufmachung ist stets dieselbe: Unter der Dachmarke findet sich ein Hinweis auf die Indikation, im Zentrum der Verpackung steht der Wirkstoff. Prominent wird in der oberen Ecke das Referenzprodukt genannt: „Compare to Imodium“ heißt es beim Loperamid-Produkt, „Compare to Nicorette“ beim Nicotinkaugummi. Auf Prevacid wird bei Lansoprazol hingewiesen, auf Zantac bei Ranitidin. Bei Famotidin darf der Hinweis auf Pepcid nicht fehlen. Bei Paracetamol wird Tylenol genannt, bei Ibuprofen Advil (Tabletten) beziehungsweise Motrin (Fiebersaft) und bei Cetirizin Zyrtec. Beim in den USA generisch verwendeten Aspirin gibt es den Hinweis auf „Bayer Aspirin“. Bei Generika ohne einschlägiges Referenzprodukt wie Omeprazol wird an derselben Stelle auf die FDA-Zulassung hingewiesen.

Angeboten werden überwiegend Großpackungen mit bis zu 500 Tabletten. Die Preise liegen teilweise deutlich unter denen der Eigenmarken großer Apothekenketten wie Walgreens, CVS und Walmart. Bei Loperamid etwa kostet die 200er-Packung 8,98 US-Dollar. Das Konkurrenzprodukt von Walgreens ist für 25,99 Dollar zu haben.

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