Versandhandel

Amazon: Die Falschen gelöscht?

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Berlin -

Wirft Amazon die Apotheken raus? Rund 50 Versender erlebten am Morgen eine böse Überraschung: Der Internetgigant hatte sie mit ihren OTC-Angebot aus dem Marketplace verbannt. Eine offizielle Stellungnahme gibt es noch nicht. Doch es sieht so aus, als ob es sich um eine Panne handelt.

Eine von der Aktion betroffene Versandapotheke, die Landgrafen-Apotheke aus Köln, hatte versucht, sich bei Amazon telefonisch Klarheit zu verschaffen. Nach einiger Zeit erfolgte ein Rückruf mit folgender Erklärung: Ein Fehler sei Grund für das Aussortieren von vielen Versandapotheken aus dem Amazon-Shop. Über Nacht habe man eigentlich versucht, nur die nicht zertifizierten Versender auszusortieren. Dabei seien versehentlich beinahe alle Versandapotheken abgeschaltet worden. Der Fehler werde jetzt behoben und die fälschlicherweise abgeknipsten Apotheken würden nach und nach wieder zugeschaltet, so die Auskunft.

Tatsächlich wurde heute bei Amazon vor allem eine Versandapotheke aus den Niederlanden, die „Beraterapotheke“, bei der Suche nach Produkten als einziger Lieferant angezeigt. Der Versender aus dem niederländischen Venlo hat nach eigenen Angaben von Amazon keine E-Mail mit der Aufforderung erhalten, OTC-Ware nicht weiter über den Amazon-Shop anzubieten.

Beim Versender kann man sich nicht erklären, warum man einen Sonderstatus haben sollte. Es gebe keine besondere Vereinbarung mit Amazon, sagt eine Sprecherin. Auch die Eigentümerverhältnisse hätten sich nicht geändert. Schnell hatte es Spekulationen gegeben, die Beraterapotheke könnte von Amazon übernommen worden sein.

Das Geschäft laufe nach wie vor unverändert, so die Sprecherin der Beraterapotheke. Es gebe auch keine signifikanten Umsatzsprünge. Von technischen Problemen bei der Kaufabwicklung oder Kommunikation mit Amazon sei ihr ebenfalls nichts bekannt.

Vor Kurzem hatten Händler, die ihre Ware über Marketplace verkaufen, schon einmal Probleme mit Amazon. Ihnen wurde nach Medienberichten wegen technischer Probleme rund zwei Wochen lang kein Geld ausgezahlt. Die Landgrafen-Apotheke hatte ähnliche Schwierigkeiten, die allerdings eine andere Ursache hatten: Aufgrund der Abmahnungen durch den Münchener Apotheker Dr. Hermann Vogel jr. wegen Verstößen gegen den Datenschutz musste Apothekerin Wiebke Conrads das Impressum ändern. Die Änderung der Pflichtangaben musste dann bei Amazon neu verifiziert werden. Beim diesem Prozess traten ebenfalls viele Probleme auf mit erheblichen Folgen: Die Landgrafen-Apotheke war neun Tage nicht im Marketplace zu finden – und erhielt neun Tage lang kein Geld von Amazon.

Auch den aktuellen Störfall sehen die Versender mit Sorge. Mitten im Vorweihnachtsgeschäft seien solche Ausfälle besonders gravierend. „Für uns hängen Arbeitsplätze dran“, sagt Conrads.

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