Versandhandel

Apotheker stemmt sich gegen Amazon Lothar Klein, 02.01.2018 07:58 Uhr

Berlin - Der Siegeszug des Online-Handels bedroht immer mehr traditionelle Geschäfte und Apotheken – insbesondere in kleinen und mittleren Städten. Doch Gemeinden und Einzelhändler wollen dem drohenden Ladensterben nicht tatenlos zuschauen. So auch in der kleinen sauerländischen Hansestadt Attendorn. Dort hat sich vor zwei Jahren eine Initiative gegen den Internetriesen Amazon zusammengefunden. 32 Händler haben das Attendorner Webkaufhaus gegründet. Mit dabei sind zwei von sieben Apotheken der Stadt.

„Das Webkaufhaus wird inzwischen von den Attendornern als Schaufenster wahrgenommen“, berichtet Apotheker Christian Springob von der Nicolai-Apotheke: „Viele Kunden schauen sich die Angebote im Internet an, reservieren sie online, lassen sie sich liefern oder holen sie in den Geschäften persönlich ab.“ Springob ist nicht nur mit seiner Apotheke im Webkaufhaus aktiv. Er ist zudem Vorsitzender der Werbegemeinschaft Attendorn, einem Zusammenschluss von 125 Händlern und Dienstleistern der Stadt, die das Projekt vorantreibt.

Auch die Stadtverwaltung steht hinter dem Webkaufhaus, die Industrie- und Handelskammer ebenso und auch die regionalen Banken und Sparkassen. Das führt unter dem Strich dazu, dass die Kosten für das Angebot im Webkaufhaus für die Händler relativ gering sind: Für 20 Euro monatlich können sie über die Website „Atalanda.com“ ihre Produkte anbieten. Apotheker Springob hat 1872 Produkte online – ausschließlich Angebote aus der Freiwahl. Apothekenpflichtige Waren bietet er nur über seinen eigenen Webshop an. Geliefert werden die bestellten Waren per apothekeneigenem Botendienst. Andere Händler lassen ihre Waren in Attendorn mit dem Taxi ausliefern.

Springob zieht nach zwei Jahren eine positive Bilanz des Webkaufhauses: „Für viele Teilnehmer war das ein guter Lernprozess in Richtung Internethandel.“ Mehr noch: Seitdem die Waren auch bundesweit angeboten werden, hat sich der Kundenkreis erweitert. Der Internethandel schreibt für die Attendorner Händler schwarze Zahlen. „Und für die Attendorner Bürger ist das ein zusätzliches Angebot“, so Springob. Das Projekt Webkaufhaus soll jetzt um zwei Jahre verlängert werd

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