Apothekenhonorar

Hennrich: „Ich brauche den Deckel nicht“

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Berlin -

Trotz steigender Wahlkampftemperaturen in der Koalition ist sich CDU-Gesundheitspolitiker Michael Hennrich „ziemlich sicher“, dass die Bundesregierung für die Apotheker in diesem Jahr eine Erhöhung der Rezeptur- und BtM-Gebühren beschließen wird. „Davon kommt die SPD nicht mehr runter“, so Hennrich gegenüber APOTHEKE ADHOC. Den von führenden Gesundheitspolitikern der Koalition ins Gespräch gebrachten Deckel für das Apothekenhonorar bei hochpreisigen Arzneimitteln will er nicht weiter verfolgen: „Ich brauche den Deckel nicht. Ich werde mich dafür nicht verkämpfen.“

Als Reaktion auf den Pharmadialog der Bundesregierung hatten führende Gesundheitspolitiker der Koalition ein eigenes Grundlagenpapier verfasst. Darin schlugen sie unter anderem einen Deckel für das variable Apothekenhonorar vor. Unterschrieben wurde das Positionspapier von den gesundheitspolitischen Sprechern der Fraktionen, Maria Michalk (CDU) und Hilde Mattheis (SPD), sowie von den Berichterstattern für Arzneimittel in den jeweiligen Arbeitsgruppen, Michael Hennrich (CDU) und Martina Stamm-Fibich (SPD).

Ob der Honorardeckel trotzdem kommt, hängt jetzt hauptsächlich von der SPD ab. In der Union besteht dafür laut Hennrich keine Dringlichkeit. Allerdings hatte auch Mattheis bereits durchblicken lassen, dass man diese Frage in das Forschungsprojekt des Buntwirtschaftsministeriums zum Apothekenhonorar einbeziehen sollte. Das Ergebnis soll erst im Herbst 2017 vorliegen.

Skeptisch zeigte sich Hennrich über die Chancen der Umsetzung des Pharmadialogs, „weil die SPD bereits in den Wahlkampfmodus geschaltet hat“. „Es wird sehr schwierig, mit der SPD zu Lösungen zu kommen“, sagte Hennrich mit Blick auf das klare Nein von SPD-Fraktionsvize Karl Lauterbach zum Thema Vertraulichkeit der Erstattungspreise für neue Arzneimittel. Der Ball liege jetzt aber zunächst „im Feld der Bundesregierung, die einen Gesetzentwurf vorlegen muss“. Dann werde sich im Parlament zeigen, „wer in der SPD der Stärkere ist“, so Hennrich: „Lauterbach oder SPD-Chef Sigmar Gabriel.“

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