Berlin -

Die Umsätze entwickeln sich prächtig, doch unter dem Strich bleibt in den Apotheken viel weniger übrig als erwartet. Denn der steigende Anteil an Hochpreisern schlägt sich im Wareneinsatz nieder. Je nachdem, wie genau Apotheker ihre Zahlen im Blick haben, kann es am Jahresende ein böses Erwachen geben.

Der Wareneinsatz einer durchschnittlichen Apotheke lag im vergangenen Jahr bei etwas über 75 Prozent. Wenn Apotheker in diesem Jahr ohne genaue Analyse des Warenlagers mit einem vergleichbaren Wert rechnen, werden sie Teile ihres vermeintlichen Gewinns vergeblich in der Bilanz suchen.

Der Grund ist, dass bei extrem teuren Arzneimitteln mit vier- bis fünfstelligen Apothekenverkaufspreisen der Rohertrag nicht mehr stimmt. Wegen der Fixpauschale im Apothekenhonorar liegt die Marge hier lediglich bei etwas über 3 Prozent. Je nach Größe der Apotheke können selbst einzelne Verordnungen den Rohertrag deutlich nach unten ziehen.

Die Hochpreiser werden fast immer nur bei Bedarf bestellt. Bei einer sogenannten Schätzwertinventur werden sie aber oft nicht berücksichtigt, da die Software den Wert des Lagers dabei selbst veranschlagt. Im schlimmsten Fall geht der Apotheker von vollkommen falschen Zahlen aus. Nur wenn monatlich eine komplette Inventur durchgeführt wird, lässt sich der Wareneinsatz korrekt bestimmen. Doch selbst dann kann es zu Verzerrungen kommen, wenn ein Hochpreiser vor dem Monatswechsel bestellt und danach abgegeben wurde. Ein Apotheker berichtet von seinem Erstaunen, als seine Filiale plötzlich defizitär gewesen sein sollte – bis er die Ursache fand.

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