Hochpreiser

Weidemann: Höhere Marge statt Honorardeckel APOTHEKE ADHOC, 12.02.2016 11:37 Uhr

Berlin - Der Anteil der teuren Arzneimittel nimmt zu. Das bedeute für Apotheken ein „erhebliches wirtschaftliches Risiko“, warnt der Hessische Apothekerverband (HAV). Trotzdem sollte aus Sicht von Verbandschef Dr. Detlef Weidemann an dem derzeitigen Vergütungsmodell festgehalten werden. Überlegungen, den preisabhängigen Honoraranteil der Apotheker zu kappen, seien „völlig abwegig“. Vielmehr müsste der prozentuale Anteil erhöht werden.

Über viele Jahre hätte ein Apotheker in Deutschland sein Honorar ausschließlich durch einen prozentualen Anteil am Arzneipreis erhalten, erklärt der HAV. Doch dieses System habe Nachteile gehabt. „Schließlich war der Großteil seiner Arbeit unabhängig vom Preis des Medikamentes“: die Beratung, das Vorhalten von qualifiziertem Personal und einer der Arzneimittelsicherheit angemessenen Infrastruktur.

Deshalb sei die Regelung geändert worden. Der Hauptteil des Apothekenhonorars ist seit 2004 preisunabhängig, aber es gibt nach wie vor einen preisabhängigen Anteil. „Dieses Modell hat sich von der Grundstruktur sehr bewährt und dabei sollte es deshalb auch bleiben“, so Weidemann. Bemerkenswert ist für ihn, „dass sich weltweit praktisch alle Länder in Richtung des deutschen Modells entwickeln“. Das sei auf dem FIP-Kongress in Düsseldorf deutlich geworden.

In Deutschland sieht Weidemann aber negative Entwicklungen: „Die Politik hat vor einiger Zeit zum Nachteil der Apotheken in die Beschaffungskosten eingegriffen.“ Zudem sei das finanzielle Risiko der Apotheker durch „die rücksichtslose Retaxationspraxis mancher Krankenkassen“ deutlich gestiegen. „Honorarabsetzungen selbst bei kleinsten Formfehlern“ sieht der Verbandschef daher kritisch.

APOTHEKE ADHOC Debatte