Lieferprobleme

Wieder Bayer: Engpass bei Aspirin i.v. dpa/APOTHEKE ADHOC, 17.03.2018 16:26 Uhr

Berlin - Bayer hat erneut Probleme bei der Auslieferung von flüssigem Aspirin etwa für Herzinfarkt-Patienten. „Wir sind eingeschränkt lieferfähig“, bestätigte eine Konzernsprecherin am Samstag einen entsprechenden „Spiegel“-Bericht. Derzeit liefere man Kontingente, also reduzierte Mengen aus.

Es könne zu „einer Lieferunfähigkeit bei allen Packungsgrößen kommen“, heißt es von Bayer. Ursache seien Qualitätsprobleme und der Ausfall mehrerer Produktionslinien in Frankreich, wo das Medikament in Lohnfertigung hergestellt werde. „Wir nehmen das sehr ernst. Das ist leider ein längerfristiges Problem. Wir sind in Gesprächen – auch über eine Kapazitätserweiterung“, sagte die Sprecherin.

Bayer ist in Deutschland der einzige Anbieter der flüssigen Form des Medikaments. Es wird zur Blutverdünnung eingesetzt. Bereits im vergangenen Sommer war es zu Lieferengpässen bei „Aspirin i.v.“ gekommen. Damals hatte die Deutsche Gesellschaft Interdisziplinäre Notfall- und Akutmedizin betont, Grund zur Sorge bestehe nicht. Das Medikament könne auch als Tablette verabreicht werden. Diese Methode habe in den allermeisten Fällen keine Nachteile gegenüber einer Injektion.

Bayer ist in Deutschland der einzige Anbieter von entsprechenden Infusionslösungen. Das macht den Engpass laut „Spiegel“ medizinisch heikel. Patienten mit Tabletten zu behandeln, gehe in Notfallsituationen nur eingeschränkt: Tabletten könnten verzögert oder schlechter wirken – und bei bewusstseinsgetrübten Patienten riskanter sein.

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