Shingrix kurz vor EU-Zulassung

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Berlin - Shingrix (GlaxoSmithKline) könnte als rekombinanter Totimpfstoff dem bislang einzigen zugelassenen Gürtelrose-Impfstoff Zostavax (MSD) Konkurrenz machen – vorausgesetzt die EU-Kommission gibt grünes Licht.

Die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) hat sich für die im November beantragte EU-Zulassung für Shingrix ausgesprochen. In den USA ist die Vakzine bereits seit Oktober zugelassen. Analysten trauen dem Impfstoff ein Umsatzpotential von mehr als 1,6 Milliarden US-Dollar zu. Zostavax brachte MSD 2016 etwa 685 Millionen Dollar ein. Der Totimpfstoff könnte demnächst auch in Deutschland zur Prophylaxe von Infektionen mit Herpes zoster sowie postherpetischer Neuralgie ab einem Alter von 50 Jahren eingesetzt werden.

Shingrix könnte laut EMA als Pulver und Suspension zur Herstellung einer Injektionslösung auf den Markt kommen. Aktive Substanz ist das Varizella zoster Glykoprotein E-Antigen (VZV gE), das mit dem Adjuvans AS01B kombiniert wird. Die Vakzine soll Antigen-spezifische zelluläre und humorale Immunantworten bei Patienten mit bestehender Immunität gegen das Virus induzieren.

Bei Zostavax hingegen handelt es sich um eine Lebendvakzine, die für Erwachsene ab 50 Jahren indiziert ist. Im August sprach sich die Ständige Impfkommission (STIKO) gegen eine Empfehlung als Standardimpfung aus. Das Problem: Das Risiko an einer Gürtelrose zu erkranken, steigt zwar mit dem Alter, jedoch nimmt im Laufe des Lebens die Wirksamkeit des Impfstoffes ab. Für Personen im Alter zwischen 50 und 59 Jahren ist die Wirksamkeit mit etwa 70 Prozent am höchsten, diese fällt auf etwa 41 Prozent im Alter von 70 bis 79 Jahren und liegt danach bei etwa 20 Prozent. Ob geimpft werde, müsse eine individuelle Nutzen-Risiko-Bewertung ergeben, so die Expertenkommission.

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