Stiko- und PEI-Informationen

Impfstoffe: Lieferengpässe und Alternativen

, Uhr
Berlin -

Für verschiedene Impfstoffe sind Lieferengpässe gemeldet. Diese werden vom Paul-Ehrlich-Institut (PEI) veröffentlicht. Zum Teil stehen Alternativen zur Verfügung. Fehlen diese, liefert die Ständige Impfkommission (Stiko) Empfehlungen.

Laut Definition wird bei einem Impfstoff von einem Lieferengpass gesprochen, wenn für das Vakzin eine voraussichtlich über zwei Wochen hinausgehende Unterbrechung der Auslieferung durch den Hersteller im üblichen Umfang besteht oder eine unerwartete, deutlich vermehrte Nachfrage vorliegt, die der Hersteller nicht angemessen bedienen kann.

Engpass bei Tollwut-Impfstoff

Der Tollwut-Impfstoff (Virusimpfstoff, inaktiviert) Verorab (Sanofi) fehlt voraussichtlich bis Ende Oktober 2026.

Einzelne Packungsgrößen fehlen

Bei einigen Impfstoffen sind nur einzelne Packungsgrößen nicht verfügbar. Somit kann auf andere Abpackungen zurückgegriffen werden. Dazu gehören derzeit Boostrix Polio (Diphtherie Tetanus Pertussis, Poliomyelitis, GlaxoSmithKline) als Einzelpackung bis voraussichtlich 18. August sowie Heplisav B (Hepatitis B Impfstoff, Dynavax) zu 2,5 ml bis voraussichtlich Jahresende.

Hinweise der Stiko

Engpass bei Ixiaro

Ixiaro, der Impfstoff gegen Japanische Enzephalitis, bleibt voraussichtlich bis Ende September von Lieferengpässen betroffen. Aktuell ist hierzulande kein zugelassener alternativer Impfstoff verfügbar. „Eine Abfrage in regionalen Apotheken kann klären, ob trotz des offiziell deklarierten Lieferengpasses ggf. regional noch Restbestände des Impfstoffs Ixiaro vorhanden sind“, informiert die Stiko.

Laut Empfehlung der Expert:innen könnte bei Langzeitaufenthalten in Endemiegebieten eine Impfung vor Ort erfolgen. Allerdings ist Vorsicht geboten, denn in einigen Ländern wie beispielsweise Australien und Teilen Asiens werden auch attenuierte Lebendimpfstoffe gegen die Japanische Enzephalitis vertrieben. Diese unterscheiden sich in Zusammensetzung und Impfschema vom inaktivierten Japanische-Enzephalitis-Impfstoff Ixiaro. Zudem darf eine Expositionsprophylaxe in Form eines konsequenten Mückenschutzes nicht fehlen.

Alternativ empfohlene Impfstoffe bei den häufigsten Lieferengpässen:

  • Diphtherie, Tetanus, Pertussis, Poliomyelitis, Haemophilus influenzae Typ b (Hib), Hepatitis-B (HepB)
    Sind hexavalente Impfstoffe wie Infanrix Hexa oder Hexyon nicht lieferbar, kann laut Stiko auf pentavalente Impfstoffe (DTaP-IPV-Hib) wie Pentavac plus HepB-Einzelimpfstoff oder alternativ auf DTaP-Impfstoff (Boostrix, Covaxis) plus IPV- (Boostrix Polio), Hib- und HepB-Einzelimpfstoffe ausgewichen werden.
  • HepA, HepB
    Sind Kombinationsimpfstoffe wie Twinrix nicht lieferbar, kann auf Einzelimpfstoffe ausgewichen werden, gleiches gilt im umgekehrten Fall
  • Herpes zoster
    Ist der adjuvantierte Herpes-zoster-Totimpfstoff (Shingrix) nicht lieferbar, heißt es von der Stiko: „keine Alternative (Verschiebung des Impftermins)“.
  • Masern, Mumps, Röteln
    Ist der MMR-Kombinationsimpfstoff wie MMRvaxPro nicht lieferbar, kann auf die Kombination aus MMR und Varizellen (MMR-V) zurückgegriffen werden. Geeignet sind Priorix Tetra oder ProQuad. Fehlt dieser, kann auf den MMR-Impfstoff und einen Windpocken-Einzelimpfstoff wie Varilrix oder Varivax ausgewichen werden.
  • Pneumokokken (Personen ≥ zwei Jahre)
    Fehlt der 20-valente Konjugatimpfstoff (PCV20) Prevenar 20, gibt es laut Stiko keine Alternative und der Impftermin muss verschoben werden.
Newsletter
Das Wichtigste des Tages direkt in Ihr Postfach. Kostenlos!

Hinweis zum Newsletter & Datenschutz

APOTHEKE ADHOC Debatte