STIKO: Impfung gegen Gürtelrose empfohlen

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Berlin -

Totimpfstoff als Standardimpfung: Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt allen Personen ab einem Alter von 60 Jahren eine Schutzimpfung gegen Gürtelrose. Risikogruppen sollen bereits ab einem Alter von 50 Jahren geimpft werden. Ob die Immunisierung zur Pflichtleistung der Kassen wird, liegt in der Entscheidung des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA).

Im August 2017 hatte die STIKO sich gegen eine Empfehlung als Standardimpfung ausgesprochen. Zum damaligen Zeitpunkt war Zostavax (MSD) bereits etwa fünf Jahre als Lebendvakzine gegen Gürtelrose auf dem Markt. Die Bewertung der vorliegenden Daten zu Wirksamkeit, Schutzdauer und Sicherheit könne nicht zu einer Empfehlung führen, hieß es. Denn: Das Risiko, an Herpes Zoster zu erkranken, nimmt im Alter zu – die Wirksamkeit des Impfstoffes jedoch ab. Die Expertenkommission veröffentlichte dazu folgende Zahlen: Für Personen im Alter zwischen 50 und 59 Jahren ist die Wirksamkeit mit etwa 70 Prozent am höchsten, diese fällt auf etwa 41 Prozent im Alter von 70 bis 79 Jahren und liegt ab Jahren bei etwa 20 Prozent. Ob geimpft werde, müsse eine individuelle Nutzen-Risiko-Bewertung ergeben. „Außerdem ist der Lebendimpfstoff nicht zur Impfung von Personen mit geschwächtem Immunsystem geeignet“, schrieb die STIKO.

Seit Mai hat GlaxoSmithKline (GSK) den rekombinanten Totimpfstoff Shingrix auf dem Markt. „Die Impfung mit dem Herpes-zoster-Totimpfstoff ist sicher. In den Zulassungsstudien gab es kein Signal für schwere Nebenwirkungen. Allerdings ist der Totimpfstoff sehr reaktogen“, heißt es seitens der STIKO. Die neue Empfehlung und die wissenschaftliche Begründung sind im Epidemiologischen Bulletin 50/2018 veröffentlicht.

Shingrix ist zur Vorbeugung von Herpes zoster und postzosterischer Neuralgie bei Erwachsenen ab dem 50. Geburtstag zugelassen. Zur Grundimmunisierung sind zwei Impfdosen zu je 0,5 ml nötig. Die zweite Impfung erfolgt im Abstand von zwei Monaten auf die erste Dosis. Wenn nötig, kann die zweite Gabe auch mit einem Abstand von zwei bis sechs Monaten erfolgen. Injiziert wird intramuskulär. Zu den häufig beschriebenen Nebenwirkungen zählen Reaktionen an der Einstichstelle, Müdigkeit und Kopfschmerzen. Bei etwa jeder zehnten geimpften Person wurden unerwünschten Arzneimittelwirkungen dokumentiert. Mit etwa ein bis zwei Tagen sind die Impfreaktionen nur von kurzer Dauer.

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