Shingrix weiter knapp: Apothekerin ist sauer

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Berlin - Die Impfung gegen Gürtelrose wird seit Mai für bestimmte Versicherte von den Krankenkassen übernommen. Die Nachfrage war groß – kurz darauf gab es bei Shingrix von GlaxoSmithKline (GSK) einen Lieferengpass. Eigentlich sollte im Juli wieder geliefert werden, doch die Ware verzögert sich weiter. Apothekerin Doris Zeltner kann die Industrie nicht verstehen und sorgt sich um angeimpfte Patienten.

Der Totimpfstoff gegen Herpes Zoster ist seit Mai für ausgewählte Patientengruppen Kassenleistung. Bereits ab dem 50. Lebensjahr haben Patienten, die durch eine entsprechende Grunderkrankung oder Immunschwäche besonders gefährdet sind, Anspruch auf die Impfung. Zu den Erkrankungen zählen unter anderem rheumatoide Arthritis, chronisch entzündliche Darmerkrankungen sowie Diabetes mellitus.

Zeltner begrüßt die Empfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO), den Impfstoff zur Kassenleistung machen zu lassen. Die Inhaberin der Einhorn-Apotheke im fränkischen Haßfurt versorgte direkt im Anschluss zehn Kunden. Als sich daraufhin der Engpass abzeichnete, bestellte sie noch schnell zwei 10er-Packungen. Denn zur Grundimmunisierung sind zwei Impfdosen zu je 0,5 ml nötig.

Die Apothekerin rief kürzlich bei GSK an und wollte vom Hersteller wissen, was sie den angeimpften Patienten jetzt raten sollte. „Die haben sich rausgeredet“, sagt sie. Sie habe lediglich eine „Wischiwaschi-Antwort“ erhalten. „Das kann ich als Unternehmen doch nicht machen. Die Lage ist höchst unbefriedigend.“ Sie selbst hatte sich vorsorglich die Kundennamen notiert und glücklicherweise noch zwei 10er-Packungen erhalten. „Ich konnte die versorgen, die bei mir zuvor ihre erste Dosis erhalten haben.“

Die zweite Impfung erfolgt im Abstand von zwei Monaten auf die erste Dosis. Wenn nötig, kann die zweite Gabe auch mit einem Abstand von zwei bis sechs Monaten erfolgen. Zeltner musste zuletzt mehrere Kunden wegschicken, die die zweite Ration abholen wollten. Die zweite 10er-Packung hatte sie an eine Arztpraxis weitergegeben. Die bayerische Landesapothekerkammer (BLAK) hatte per Rundschreiben mitgeteilt, dass der Impfstoff bis Ende des Jahres als Sprechstundenbedarf abgegeben werden darf.

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