Hauterkrankungen

Schuppenflechte: Betroffene leiden doppelt dpa, 27.10.2017 12:45 Uhr

Hamburg - Wer an Schuppenflechte erkrankt, leidet häufig auf zweierlei Weise: Neben den Schmerzen erfahren Patienten mit der sichtbaren Hautkrankheit Diskriminierung.

Die Haut juckt, wird schuppig und blutigrot. Rund zwei Millionen Menschen in Deutschland leiden nach Angaben des Hamburger Universitätsklinikums (UKE) unter Schuppenflechte. Es ist die zweithäufigste Hautkrankheit nach Neurodermitis. Psoriasis, wie die Krankheit in der Medizin bezeichnet wird, ist inzwischen gut behandelbar, aber noch immer nicht heilbar.

Patienten müssen nach Angaben des Deutschen Psoriasis-Bundes mit Stigmatisierung und Diskriminierung leben. Der Welt-Psoriasistag am Sonntag steht unter dem Motto „Haut bekennen!“. Betroffene sollen ermuntert werden, sich nicht zu verstecken, sagte der Sprecher des Selbsthilfevereins, Marius Grosser.

Viele versuchten, ihr in der Regel sehr sichtbares Leiden unter Kleidung zu verbergen oder gingen erst gar nicht unter Menschen. Es komme vor, dass Patienten im Schwimmbad vor die Tür gesetzt würden. Bekannt sei auch ein Fall, bei dem ein Betroffener im Hotel eine Sonderreinigungsgebühr wegen Hautschuppen bezahlen sollte. Kürzlich sei ein Patient nach Beschwerden von anderen Kunden aus einem Fitnessstudio geworfen worden.

Grosser betonte, dass die Hautkrankheit nicht ansteckend sei und nicht mit mangelnder Hygiene in Verbindung gebracht werden könne. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) stellte 2016 fest: „Sozialer Ausschluss, Diskriminierung und Stigmatisierung sind psychisch verheerend für Personen mit Schuppenflechte und ihre Familien.“ Betroffene würden oft depressiv oder hätten sogar Selbstmordgedank

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