Psoriasis

Schuppenflechte und die Psyche Cynthia Möthrath, 27.09.2016 14:00 Uhr

Berlin - Für viele Menschen ist der Sommer die schönste Zeit im Jahr. Psoriatiker hingegen können die Sonne oft nicht unbeschwert genießen, denn sobald sie kurze Kleidung tragen, werden die roten, schuppigen Hautstellen sichtbar, die oft von starkem Juckreiz begleitet werden.

Schuppenflechte ist eine erblich bedingte Hauterkrankung, die in Schüben auftritt. Der Streit mit dem Partner, Probleme im Job, ein Todesfall in der Familie: All das sind Auslöser für einen Krankheitsschub. Im Sommer kommen aber oft noch die Blicke der Mitmenschen hinzu, sobald die entzündeten Plaques sichtbar werden. Betroffene fühlen sich stigmatisiert und ausgegrenzt, sie schämen sich für ihre Haut und trauen sich manchmal kaum noch in die Öffentlichkeit.

Negative Reaktion der oft unwissenden Mitmenschen macht auch Freizeitaktivitäten bei schönem Wetter für Menschen mit Schuppenflechte zur anstrengendsten Zeit im Jahr. Viele Betroffene tragen lieber lange Kleidung um die roten Hautstellen zu verstecken.

Bei vielen Psoriatikern entwickelt sich im Laufe der Zeit eine Art Teufelskreis. Sie sind sehr auf ihre Haut fixiert, reduzieren sich selbst auf ihr Äußeres. Ihre Scham führt dazu, dass sie unter enormem Stress leiden. Der Körper schüttet Massen von Entzündungsmediatoren aus. Diese wiederum führen zu einer Verschlechterung des Hautbildes. So halten sich Haut und Psyche gegenseitig im Stress gefangen. Dies führt dazu, dass weder das Hautbild sich verbessern kann, noch die psychische Situation der Betroffenen.
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