Hauterkrankungen

Schuppenflechte: Mediziner setzen auf Biologika dpa, 23.10.2018 13:12 Uhr

Hamburg - Schuppenflechte ist eine sehr sichtbare Hautkrankheit. Viele Betroffene leiden unter Ausgrenzung. Patientenorganisationen kämpfen gegen die Stigmatisierung der Erkrankten, doch auch neue Therapien können den Leidensdruck mindern.

Rote Flecken an den Armen und den Beinen – so will Stefanie Wennmann nicht mit Freunden an den Strand gehen. Die 33-jährige Hamburgerin hat seit zehn Jahren Schuppenflechte. Bei der Krankheit wird die Haut an vielen Stellen rot, die Flecken sind oft mit weißen oder silbernen Schuppen bedeckt. Gerade nachts kann der Juckreiz groß sein. Bei 20 bis 30 Prozent der Patienten befällt die entzündliche Krankheit auch die Gelenke, sagt Professor Stefan Schneider, Direktor der Klinik für Dermatologie am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf.

Das Jucken und die Schmerzen sind allerdings nicht die einzigen Beschwerden. Es ist oft die Reaktion auf das äußere Erscheinungsbild, das vielen Betroffenen zu schaffen macht. „Die Patienten werden ausgegrenzt“, sagt Schneider. Sie würden zum Beispiel aus Schwimmbäder verwiesen, weil fälschlicherweise angenommen werde, die Krankheit sei Folge mangelnder Hygiene und ansteckend. Auch der Fall eines Bäckereiverkäuferin sei ihm bekannt, die entlassen wurde, weil sie Schuppenflechte an den Händen hatte.

Wennmann hat ihre Krankheit ganz gut in den Griff bekommen. Die 33-Jährige lässt sich mit sogenannten Biologika behandeln und achtet nach eigenen Angaben auf einen gesunden Lebenswandel. Als Schauspielerin steht sie auf der Bühne oder vor der Kamera. Wenn sie mal sichtbare rote Flecken habe, würden diese überschminkt. „Bei Fernsehdrehs war das zu meiner Erleichterung kein Problem“, sagt sie. Millionen Menschen weltweit sind betroffen. Schneider hat nicht nur Patienten in Europa, sondern auch in Kambodscha und den USA behandelt. Der Weltgesundheitsorganisation zufolge tritt die Krankheit häufiger bei Menschen mit weißer Hautfarbe auf. Demnach sind in Tansania 0,09 Prozent der Bevölkerung betroffen, in Norwegen 11,4 Prozent. In Deutschland sind es etwa 2 Prozent, hochgerechnet also mehr als 1,6 Millionen Menschen.

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