„Legitim, sich vor Digitalisierung zu gruseln”

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Berlin -

Der Internet-Experte und Blogger Sascha Lobo kündigte es schon an: Bei seinem dritten Gastspiel bei VISION.A werde er den Apothekern einiges zumuten. Die Gesundheitsbranche könne den digitalen Umwälzungen nur begegnen, wenn sie eigene Antworten finde.

Eine neue digitale Zeitrechnung habe begonnen, die „digitale Körperlichkeit“, sagte Lobo. „Die Vernetzung rückt uns immer näher.“ Sie gehe mit iWatches und anderen ähnlichen Uhren dicht an die Haut und werde damit auch körperlich erfahrbar. „Die Dinge verändern sich schnell, noch bevor wir sie verstehen können.“

Die Gesundheitsbranche stehe vor weiteren bahnbrechenden Umwälzungen: Wenn ein Computerforscher und Autor wie Ray Kurzweil prophezeie, dass sich schon in zwölf Jahren Nanosonden im Gehirn automatisch mit dem Internet verbinden könnten, sei das auch für ihn keine angenehme Vorstellung. „Es ist absolut legitim, sich vor der Digitalisierung zu gruseln. Die zunehmende Digitalisierung in der Gesundheit kann Angst machen, wenn mangelndes oder vermeintliches Wissen auf Veränderung trifft.“

Zunehmend werde Gesundheit zum Lifestyle-Produkt, Softwareprogramme ersetzten Arztdiagnosen, Apps mitunter gar Medikamente, zählte Lobo auf. So bietet Apple seit Januar 2017 eine App zur Kontrolle des Blutzuckers. Eine schon auf zwölf Metern Entfernung mögliche Irisuntersuchung lasse Rückschlüsse auf eine mögliche Herzerkrankung zu, der Klang der Stimme auf potenzielle Depressionen. Facebook habe einen Algorithmus entwickelt, der anhand von Posts und sonstigem Verhalten Anzeichen für Suizidgedanken erkennt. Sogar Mercedes denke daran, Vitaldaten aus dem Lenkerkontakt und der Atemluft zu generieren. Gerade Facebook und Google häufen die Daten ihrer Nutzer an und blenden auf sie zugeschnittene Werbung ein.

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