Vergesst das Herrschaftswissen!

, Uhr

Berlin - Thomas Schulz, Spiegel-Korrespondent im Silicon Valley, weiß, wie man Apothekerherzen gewinnt: Er vermisse die gute, alte deutsche Apotheke, sagt er. „Bei der US-Apothekenkette Walgreens findet der Kunde zuerst Schokolade und dann weiter hinten sitzt der Apotheker hinter Luftballons”, erzählt er. So möchte natürlich niemand enden. Nur: Die Digitalisierung könnte den Markt noch viel stärker umkrempeln.

Wie die Rolle der Apotheker in Zukunft sein wird, ist ungewiss. Fest steht: „Seit einigen Monaten steht Medizin im Zentrum der Überlegungen im Silicon Valley”, so Schulz. Lösungen, an denen derzeit getüftelt wird, sollen im Idealfall eines Tages Krankheiten besiegen und unser Leben verlängern.

Die ständige, drängende Frage ist, was das nächste große Ding sein wird. „Medizin hätte vor drei bis vier Jahren niemand erwartet”, sagt Schulz. „Im Silicon Valley sind derzeit viele Mediziner und Biologen vor Ort in Start-ups unterwegs. Die Menschen gehen morgens mit dem Gedanken ins Büro, dass es super ist, an etwas zu arbeiten, mit dem man die Welt verändern kann.” Biologie basiere am Ende auch nur auf Daten, deshalb treibe die Informatik die Medizin.

Am Ende, so Schulz, gehe es immer ums Geld. „2017 war ein Rekordjahr für Wagniskapital im Biotech- und Medizinbereich. Alle bekommen viel mehr Geld und rennen in dieselbe Richtung.” Am Beispiel Uber könne man die Summen ermessen, die im Silicon Valley die Geschwindigkeit des Herzschlags bestimmen. „Uber hat 16,4 Milliarden US-Dollar eingesammelt. Zum Vergleich: das Wagniskapital in Europa lag im Vergleichszeitraum 2014 bei fünf Milliarden Dollar.” Insgesamt, in allen europäischen Ländern.

APOTHEKE ADHOC Debatte

Mehr aus Ressort
Hersteller kritisiert soziales Netzwerk
Facebook schaltet Vagisan-Seite ab »
Weiteres
Nur noch eine Rezeptur pro Verordnung
Platzmangel durch Hash-Code und Z-Daten»
Dosierungsangabe
Achtung Retax: >>2x»