Thea Dorn bei VISION.A

„Wir brauchen Fitness-Studios für unsere Urteilskraft” Silvia Meixner, 21.03.2018 17:55 Uhr

Berlin - Schriftstellerin Thea Dorn brachte mit ihren Gedanken frischen Wind ins Radialsystem. „Ich werde keine Schwarzmalerpositionen vertreten”, kündigte sie an. Um sogleich dem Publikum von VISION.A die Leviten zu lesen.

Liebevoll und mit Humor. „Wer hat ein Smartphone dabei?”, fragte sie das Publikum. Alle hoben artig die Hände. Und hatten bei Thea Dorn sogleich verloren. Weil sie damit vor Augen führte, dass niemand nachfragte, warum er darauf antworten solle. Mit Schwung verteilen wir unbedacht unsere Daten. Thea Dorn ist da keine Ausnahme: „Ich bestelle gerne Essen, das ins Haus kommt.” Und schon wieder sind die Daten unterwegs.

Und neue Fragen tauchen auf, zum Beispiel, wenn man Fitness-Apps nutzt: „Was, wenn die Krankenkassen diese Infos haben wollen? Und dann sagen, letzten Monat haben sie sich zu wenig bewegt und Pizza bestellt, das sehen wir nicht so gern. Da müssen wir über einen neuen Tarif nachdenken.”

Wir sollten, so Dorn, dringend unser Verhalten überdenken: „Ich befürchte, dass wir den selbstverschuldeten Wiedereintritt in die Unmündigkeit einleiten. Wir müssen die Systeme Tag und Nacht mit unseren Informationen füttern, damit sie funktionieren.” Und weil der Mensch gern mit seinen Artgenossen kommuniziert, entstehe in den sozialen Medien eine „Scheingeselligkeit”.

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