VISION.A

Kunden wollen die 24/7-Wohlfühlapotheke APOTHEKE ADHOC, 23.03.2018 09:38 Uhr

Berlin - Der moderne Apothekenkunde von heute will Bequemlichkeit und eine Rundumverfügbarkeit, hat aber durchaus auch emotionale Bedürfnisse, die derzeit nur mangelhaft bedient werden. Das sagte zumindest Elena Bergmann vom Berliner Start-up POSpulse bei VISION.A, der Digitalkonferenz von APOTHEKE ADHOC und Apotheken Umschau. Um zukunftsfähig zu bleiben, müsse die Apotheke mehr wagen.

Das Berliner Start-up hat sich zunächst vor allem im Lebensmittelhandel ausprobiert. Mittlerweile tummelt sich die Firma in vielen Sparten. Einen Schwerpunkt hat sie sich im Gesundheitswesen und speziell den Apothekenmarkt gesetzt. Sie will „Händlern, Dienstleistern und Markenartikelherstellern eine bessere Vermarktung ihrer Produkte und Services ermöglichen, indem sie das ‚Warum‘ hinter den Shopper-Kaufentscheidungen verstehen“. Dazu wolle man „die weltweit führende Shopper-Insights-Intelligence-Plattform“ werden, die es für Entscheider möglich mache, in Echtzeit die „Marketing- und Sales-Performance zu tracken und konkrete Handlungsempfehlungen zu den relevantesten Fragen bezüglich Shopper-Verständnis zu geben“, wie es im schönsten Agentur-Denglish heißt.

Um die Apothekenkunden kennenzulernen, führte die Firma nach Worten ihrer Senior Sales Managerin m letzten November erst einmal eine eigene Studie durch. 637 bereits registrierte User beteiligten sich, eher jünger und eher internetaffin, wie Bergmann einräumte, aber schließlich sei es um die „Apotheke der Zukunft“ gegangen. Konkreter Anlass war die Ankündigung von Amazon, in den USA ins Arzneimittelgeschäft einsteigen zu wollen. 37 Prozent der Befragten konnten sich vorstellen, beim Versandriesen ihre Medikamente zu bestellen, ebenfalls 37 Prozent dagegen nicht, 20 Prozent antworteten mit „Weiß nicht“.

Die Untersuchung hielt noch weitere ernüchternde Zahlen für die Pharmazeuten vor Ort parat: Nur 5 Prozent der Befragten besuchen die Apotheke mindestens einmal in der Woche, 6 Prozent einmal im Monat oder im Quartal, 29 Prozent gehen nur im Krankheitsfall oder wenn es anderweitig pressiert, 2 Prozent nie. „Die Kunden gehen also nur in die Apotheke, wenn sie unbedingt müssen“, folgert Bergmann. „Sie möchten gesund werden.“

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