Blaues Plasma: Wundpflaster aus Star Trek

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Berlin - Es gibt Innovationen, bei denen spürt man, dass die Zukunft schon begonnen hat. Die Technologie von Coldplasmatech gehört dazu. Geschäftsführer Dr. Carsten Mahrenholz zeigte bei der Digitalkonferenz VISION.A von APOTHEKE ADHOC, wie er die Wundversorgung mit seiner Entwicklung revolutionieren will.

„Was wir gemacht haben, ist, ein Gerät aus Star Trek aus der Science Fiction in die Wirklichkeit zu holen“, bringt es Mahrenholz auf den Punkt. Dabei sieht die Gerätschaft, die er mit seinem Start-up entwickelt hat, absolut unscheinbar aus: Ein kleiner weißer Kasten mit einem einzigen Knopf zum An- und Ausschalten. Über ein Kabel ist die Box mit einem Patch verbunden, der auf eine offene Wunde aufgelegt wird. Die Anwendungsanleitung für die Gerätschaft besteht aus gerade einmal vier Schritten: Wundauflage anschließen, Folie abziehen, auf die Wunde aufbringen, Gerät einschalten. Doch die Technik, die es beinhaltet, ist absolut disruptiv, denn Mahrenholz will damit die bisher gängige Wunddesinfektion über Bord werfen.

Der kleine Kasten erzeugt sogenanntes Kaltes Plasma. Man kennt diese Anwendung tatsächlich aus Star Trek. In der TV-Serie wurde eine ähnliche Gerätschaft zum Versiegeln von Wunden benutzt, Mahrenholz hat die Technologie nun in die Wirklichkeit und zur Anwendungsbereitschaft gebracht. „Bei Kaltem Plasma handelt es sich um einen Aggregatzustand, den ein Gas haben kann, wenn ich ihm genug Energie zuführe“, erklärte Mahrenholz in seinem Silent Lab bei VISION.A den Zuhörern. Dabei wird die normale Umgebungsluft durch Energiezufuhr ionisiert und bekommt neue Eigenschaften. Die wichtigste davon: Sie wird bioaktiv. Bakterien, Pilze und andere Keime tötet sie in Sekundenschnelle ab.

Mahrenholz sieht vor allem zwei große Anwendungsfelder: multiresistente Keime und chronische Wunden. Die Zunahme multiresistenter Keime wird nicht umsonst bereits als gesamtgesellschaftliche Bedrohung gesehen: „MRSA sind der Grund, warum wir wieder an der Schwelle zum Mittelalter stehen, nämlich kurz vor der Panresistenz, an der unsere heutigen Antibiotika nicht mehr weiterhelfen.“ Bei 16 Millionen Operationen in Deutschland herrscht vor allem in Krankenhäusern Angst vor den scheinbar unaufhaltsamen Keimen.

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