Du sollst keine Liebe kaufen!

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Berlin - Viviane Wilde rockte die VISION.A-Bühne – die Medienökonomin teilte den Apothekern und Vertretern der Pharmabranche mit: „Du sollst keine Liebe kaufen!“ Vor allem dann, wenn es im Internet um das Thema Influencer geht.

Wie geht das eigentlich mit den Influencern? „Das sind doch die, die 1,5 Millionen Follower haben und dann einen Badeschaum machen“, warf Wilde provokant in die morgendliche Runde. Irgendwelche pickeligen Teenager, die aus ihrem Kinderzimmer heraus Millionen verdienen. „So haben wir das gelernt, aber das sind keine Influencer“, so Wilde. Sie präsentierte Kylie Jenner als erfolgreichstes Beispiel, die 2015 ihre erste Kosmetikfirma gründet und 2016 damit mehr als 300 Millionen Euro Dollar Umsatz gemacht hatte. Keine Kunst, wenn man zu den Kardashians gehört?

„Theoretisch kann das jeder“, so Wilde. „Ich höre oft, dass Unternehmer sagen, wir hätten das auch gern, haben aber kein Budget dafür.“ Ihre Devise: „Sie brauchen das auch nicht. Was Sie brauchen, sind richtige Ideen und die richtigen Leute.“ Aber auch da hapert es oft, denn nicht immer sind die, die vorgeben, die Experten zu sein, dann auch den Aufwand wert. Eine bewährte Idee: „Schauen Sie sich in Ihrem Unternehmen um, wer vielleicht schon Influencer ist.“ Er oder sie ist zumindest dann schon mal viel auf Facebook und Instagram unterwegs und kennt im Idealfall die Anforderungen. „Influencer Marketing ist mehr als nur Blödsinn, Filterblasen und Katzenbilder“, sagt Wilde.

Man müsse sich das so vorstellen wie eine Gartenparty. Online eben. „Die Themen reichen von Belanglosigkeiten bis zu Politik und Ethik. Wir tun online nichts anderes, aber komplett demokratisiert.“ Als gutes, weil nachvollziehbares Beispiel nennt sie eine fiktive Nachbarin: „Wenn die mir ein Medikament empfiehlt, glaube ich ihr. Sie haftet nämlich mit ihrem gesamten sozialen Kapital.“ Wirkt der Hustensaft nicht, ist Wilde enttäuscht. „Glaube ich meiner Nachbarin, fragt allerdings der Apotheker, warum ich nicht gleich zu ihm komme, denn schließlich ist er doch der Profi.“ Die Antwort: Weil er nicht da war, um einen Tipp zu geben.

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