Ein Herz im 3D-Druck | APOTHEKE ADHOC
Gallery of Inspiration

Ein Herz im 3D-Druck

, Uhr
Berlin -

Staunende Gesichter, viele lebhafte Gespräche – das ist die Gallery of Inspiration auf der VISION.A. Die Ideen sind so bunt und vielfältig wie die Menschen, die bei der Digitalkonferenz von APOTHEKE ADHOC im Kühlhaus in Berlin ihre Unternehmen und Erfindungen präsentieren.

Am zweiten Messetag ruckelt‘s im Rücken? Darauf haben die Experten von Aktimed nur gewartet. Die Physio-Therapeutin Sabine Kroker-Hohmann hatte vor mehr als zehn Jahren eine geniale Idee: Wie wäre es, wenn in Binde und kinesiologisches Tape schon die Salbe integriert wäre? Utopie? Die Verbandmittel-Branche ist, so hat sie festgestellt, konservativ und leider behäbig. Kroker-Hohmann hat ihr ein bisschen Beine gemacht.

Sie wurde oft belächelt und hat, gemeinsam mit ihrem Ehemann Jens, unbeirrt an ihrer Idee festgehalten. Mit dem Produkt und ihrer Hartnäckigkeit konnten die beiden in der „Höhle der Löwen“ überzeugen. Seitdem kennt Aktimed nur noch eine Himmelsrichtung: Aufwärts. Bei VISION.A zeigen sie, was die Tapes können. Die Besucher sind eingeladen – willkommenes Päuschen! – sich auf der Liege einrichten und tapen zu lassen.

Die begehrtesten Messe-Items sind die kleinen Rucksack-Taschen, die man sich am Stand von Reddo an der Designbox ausdrucken lassen kann. Der Clou: Jeder kann via Bildschirm ganz schnell sein Lieblings-Logo und weitere Designs ausdrucken. OK klicken und schon rattert der Spezialdrucker des Dresdner Unternehmens los. Key Account Manager Johann Thiem erklärt: „Der Druck dauert eine Minute, er funktioniert nur auf Stoffen, die zu mindestens 60 Prozent aus Polyester bestehen.“

Das Unternehmen wurde vor vier Jahren gegründet, die Designbox wird zum Beispiel gern für Unternehmen auf Messen gemietet. Fest steht: Wer seinen selbst designten Rucksack hat, wird noch lange und gern an das Event denken.

Um Druck geht‘s auch am Messestand Contura Modellbau. Das Unternehmen nimmt zum ersten Mal an einer Messe teil, die Mitarbeiter sind begeistert. „Wir freuen uns über die vielen Gespräche mit den Apothekern“, sagt Friedje Feldt. Die Besucher staunen über ein kleines menschliches Herz, das am Computer ausgedruckt wurde und mit dessen Hilfe Experten erklären können, wie eine komplizierte Herz-OP durchgeführt wird.

Nebenan druckt ein kleiner 3D-Drucker gerade ein technisches Mini-Gerät. Das ist nichts für ungeduldige Menschen, der Druck dauert mindestens acht Stunden. Contura Modellbau hat zum Beispiel für die SRH-Kliniken ein überdimensional großes menschliches Rückgrat im 3D-Druckverfahren hergestellt. Mit dessen Hilfe können Patienten genau nachvollziehen, an welcher Stelle die Wirbelsäule beschädigt ist. Und dekorativ ist es obendrein. Auch dreidimensionale Landkarten, Schuhe, Tiermodelle entstehen in dem Berliner Unternehmen im 3D-Verfahren.

Auch neue Ideen für Patienten gibt es auf der VISION.A zu begutachten. M.Doc zum Beispiel ist eine 2016 gegründete digitale Gesundheitsplattform, die Patienten, Ärzte, Apotheker, Krankenhäuser und Reha-Unternehmen zusammenbringen möchte. Klein gestartet, arbeiten heute 50 Menschen bei der Firma.

Der Nürnberger Unternehmer Güven Karakuzu hat vor knapp zwei Jahren Alberta gegründet. Die von ihm und seinem Team entwickelte Software erfasst die Daten von Patienten, die hauptsächlich an chronischen Krankheiten leiden und bereits aus dem Krankenhaus entlassen wurden. Die Software macht – in Zusammenarbeit mit Home-Care-Unternehmen oder Apothekern – Therapievorschläge und sorgt zuverlässig dafür, dass der Patient alles nach Hause geliefert bekommt, was er zur Genesung braucht. Dazu gehört zum Beispiel bei Krebspatienten alles, was er für künstlicher Ernährung braucht. Auch die Kommunikation mit der Krankenkasse erfolgt via Alberta.

Karakuzu kennt die Schwächen der Branche genau, er hat zehn Jahre in einem Unternehmen gearbeitet, das Patienten versorgt. Dort entstand seine Geschäftsidee einer zuverlässigen Versorgung: „An meinem ehemaligen Arbeitsplatz wurden zum Beispiel gelegentlich Patienten vergessen, weil die Listen mit Outlook und Excel geführt wurden.“ Da kann es passieren, dass man den Überblick verliert. „Besonders unerfreulich war es, wenn zum Beispiel am Freitag um 17 Uhr festgestellt wurde, dass die Versorgung eines Patienten nicht geklappt hat.“ Sein Ziel: „In zehn Jahren wollen wir bundesweit eine Million chronisch kranke Patienten versorgen. Deutschlandweit gibt es rund acht Millionen Chroniker.“

Für die Absicherung der IT-Systeme in der Pharma-Produktion sorgen Lars Pachur und Rolf-Dieter Metka von Ondeso. „Virenbefall kann zu in der Produktion zu Stillstand führen“, warnt Metka. Das Unternehmen arbeitet unter anderem auch für die Autoindustrie, seit einigen Jahren ist Ondeso auch in der Pharmabranche tätig. „Es gibt Unternehmen, die seit zehn Jahren keine Computer-Updates gemacht haben“, erzählt Metka aus der Praxis. Viele verdrängen dann einfach, was alles passieren könnte.

Ein hübsch beleuchteter Schminkspiegel zieht nicht nur Frauen magisch an – auch Männer kommen an den Stand von Apoly. Vorher haben sie in einen anderen kleinen Spiegel geguckt, der soll ihre Stimmung erkennen können. Das Gesichtserkennungs-Tool misst die Emotionen. Unheimlich? Hej, das ist die Zukunft! Wer in den Schminkspiegel schaut, wird in der Offizin ebenfalls genau beobachtet. Der Spiegel offeriert dem Kunden Produktvideos der Hautpflege – und dem Apotheker schon vor der Beratung Informationen über den Kunden. Was könnte er brauchen, welches Produkt erfüllt seine Bedürfnisse? Das Verkaufsgespräch läuft dann von Mensch zu Mensch. Und via QR-Code bekommt er Infos zur Hautpflege aufs Smartphone geschickt. Damit er die Apotheke nicht vergisst, wenn er die Offizin verlassen hat.

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