Lieferungen werden beschlagnahmt

Schutzkleidung: Apotheken im Stich gelassen Alexander Müller, 27.03.2020 10:00 Uhr

Berlin - Um sich und die Kunden vor einer Übertagung des Coronavirus zu schützen, möchten viele Apotheken ihre Teams mit Schutzausrüstung ausstatten. Aber das ist gar nicht so einfach: Die Ware ist knapp, teilweise werden Lieferungen beschlagnahmt. Und die Hilfe von offizieller Stelle ist oft dürftig, wie Apotheker berichten.

Zuletzt hatte Apotheker Dr. Stefan Spaniel Kontakt zu einem Importeur für Schutzmasken aus China: 22,90 Euro das Stück, wenn er mindestens 300 abnehmen würden. Doch während der Inhaber der Löwen-Apotheke in Feuchtwangen noch nachdachte, ob ihm der Spaß wirklich knapp 7000 Euro wert ist, war das Angebot auch schon wieder vergriffen. Trotzdem ist er weiter auf der Suche nach Masken, nicht nur für sein Team, sondern auch für Patienten, die regelmäßig zur Dialyse müssen und oft verzweifelt in den Apotheken nachfragen.

Eigentlich hatte Spaniel schon eine Lieferung über 200 Masken erwartet. Doch die seien mit der gesamten Sammelbestellung noch am Flughafen beschlagnahmt worden: „Es scheint so, dass Minister Spahn alle Schutzmasken beschlagnahmen lässt und an die Kliniken liefert, erklären meine Lieferanten“, schrieb Spaniel schon Anfang der Woche. Die Arbeit der Apotheker, die Masken in Eigenregie zu besorgen, werde so möglicherweise konterkariert. „Wir bekommen keine geliefert“, so der Apotheker. Plötzlich seien zudem „Rohstoff-Aufkäufer“ für Grundstoffe zur Herstellung von Desinfektionsmittel unterwegs. Die versuchten, andere Bewerber trotz schon erfolgter Bestellung abzudrängen. Ob diese wie kolportiert für den Bund unterwegs seien, wisse er allerdings nicht. Von Lieferanten jedenfalls werde behauptet, auch Ethanol sei beschlagnahmt worden.

Seine Erfahrung haben aber auch andere Kollegen schon gemacht. Zum Beispiel Apothekerin Michelle Zimmerhofer, Inhaberin der Kern-Apotheke in Düsseldorf. Sie hatte über FFP2-Masken über den Dienstleister Pharma Solutions bestellt. Doch dann kam die Absage: „Heute wurde uns vom unseren Lieferanten mitgeteilt, dass die von uns bestellten Masken von politischer Seite beschlagnahmt wurden und den Gesundheitsämtern beziehungsweise der Bundeswehr zugeführt werden. Insofern können wir die bestellten Masken derzeit nicht an Sie liefern“, schrieb der Zwischenhändler am vergangenen Freitag.

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