„Jede Apotheke wird dringend gebraucht“

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Berlin - Wegen Corona-Fällen im Team wurden bislang 19 Apotheken in Deutschland geschlossen. Auf Dauer wird sich mit einem solchen Vorgehen die Versorgung nicht aufrechterhalten lassen, warnen Apothekerkammer und -verband Nordrhein.

In Anbetracht der ersten Apothekenschließungen durch Corona in Deutschland und einer exponentiellen Zunahme an Infizierten in der Bevölkerung komme es jetzt darauf an, rechtzeitig weitere Apotheken vor einer Totalquarantäne zu schützen. „Das ist unerlässlich, um die Arzneimittelversorgung durch öffentliche Apotheken in der Corona-Krise weiterhin flächendeckend zu sichern und Versorgungslücken zu verhindern“, so Verbandschef Thomas Preis und Kammerpräsident Dr. Armin Hoffmann in einer gemeinsamen Erklärung. Apothekenmitarbeiter müssten dazu offiziell in die als für die Gesundheitsversorgung im Pandemiefall besonders wichtige Gruppe „medizinisches Personal“ eingeordnet werden.

„Praktisch würde das bedeuten, dass bei einem nachgewiesenen Corona-Fall eines Apothekenmitarbeiters ab sofort analog zu ärztlichem und pflegerischem Personal in Kliniken und Praxen bei relevantem Personalmangel nach den Vorgaben des Robert Koch-Instituts verfahren wird“, erläutert Preis. „Unter Beachtung des Selbstmonitorings und der Schutzmaßnahmen können die Apothekenmitarbeiter die Versorgung weiter sicherstellen“, ergänzt Hoffmann. Eine notwendige unverzügliche Testung gebe Sicherheit, sowohl für die Mitarbeiter und ihre Familien, insbesondere aber auch für die notwendigen Maßnahmen zur Aufrechterhaltung der Patientenversorgung in den Apotheken.

Insgesamt könnte so verhindert werden, dass noch weitere Apotheken schließungsbedingt aus der Versorgungskette wegbrechen. Laut Preis und Hoffmann kann in der jetzigen Ausnahmesituation der Ausfall einer Apotheke in den meisten Fällen auch nicht von umliegenden Apotheken kompensiert werden kann, weil auch diese ja schon in der aktuellen Situation stark belastet sind. „Denn jetzt wird jede Apotheke als nicht zu ersetzendes Rückgrat der Arzneimittel- und Gesundheitsversorgung vor Ort noch dringender gebraucht.“

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