„Die sind gefahren wie verrückt“

Verfolgungsrennen: Apotheker jagt Einbrecher

, Uhr
Berlin -

Apotheker Ludwig Trauth aus Landau in der Pfalz hat einen Apothekeneinbrecher verfolgt. Der Inhaber der Apotheke im Med-Zen erhielt mitten in der Nacht einen stillen Alarm über sein Telefon und fuhr mit seiner Frau zu seinem Betrieb. Dort stand die Hintertür offen und vorne parkte ein Wagen mit laufendem Motor – der Fahrer des Fluchtautos bemerkte den Apotheker und startete den Wagen Richtung Autobahn.

In der Nacht zu Dienstag ereigneten sich in Rheinland-Pfalz mehrere Apothekeneinbrüche. Insgesamt sind der Polizei zufolge fünf Betriebe betroffen, teilweise wurden mehrere tausend Euro erbeutet. Ob die Taten zusammenhängen, ist noch nicht bekannt. Nachdem auf der Wache zwei Einbrüche gemeldet worden waren, seien alle Apotheken im Dienstgebiet mit Streifenwagen angefahren und überprüft worden.

Die Apotheke von Trauth in Landau war gegen 1 Uhr nachts Ziel der Einbrecher. Der Betrieb liegt in einem Gewerbegebiet, rund 500 Meter von der Autobahn entfernt. In dem Gebäude sind zudem Arztpraxen untergebracht, die nächsten Nachbarn sind weit entfernt. Nach dem stillen Alarm machte sich der Inhaber auf, um vor Ort nach dem Rechten zu sehen. „Es war schon öfter Alarm“, sagt er. Bislang handelte es sich dabei jedoch um Lappalien, wie zum Beispiel eine Maus.

In diesem Fall war es jedoch anders. „Wir sahen, dass die hintere Tür offen stand und ein Mülleimer eingeklemmt war.“ Vor dem Betrieb habe ein Auto geparkt – „mit laufendem Motor bereit zum Start“. Als der Apotheker mit seiner Frau im eigenen Pkw um die Ecke fuhr, startete das Fluchtauto und der Inhaber hinterher. Die Verfolgungsjagd ging bis auf die Autobahn. „Die sind gefahren wie verrückt“, sagt Trauth.

Während er sich auf den Flüchtigen konzentrierte und versuchte, das Nummernschild zu erkennen, hatte seine Frau die Polizei am Telefon und gab die aktuellen Standorte durch. Allerdings wurde die Verfolgung jäh beendet: Der Apotheker wurde abgehängt, weil sich zwischen ihm und dem Fluchtwagen zwei Lkw überholten. Er habe er sich nicht selbst durch schnelles Fahren in Gefahr bringen wollen. Mit seinem Hybridfahrzeug wäre er ohnehin nicht hinterhergekommen, sagt er.

Tresor war offenbar zu schwer

Als er in seine Apotheke zurückkam, war die Polizei schon vor Ort. Die Einbrecher hinterließen lediglich einen Schaden, als sie versuchten, den 300 Kilogramm schweren Tresor wegzuschaffen. Gestohlen wurde nichts.

Anders im rund 20 Kilometer entfernten Neupotz. Dort erbeuteten die Täter mehrere tausend Euro und hinterließen ebenfalls einen Sachschaden. Bei drei weiteren Apotheken wurden im Anschluss Aufbruchspuren festgestellt. Bislang liegen der Polizei nur vage Täterhinweise vor.

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