Trendprodukt Hanf – CBD in der Grauzone

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Berlin - Die Verbraucherzentralen warnen vor Lebensmitteln mit dem Inhaltsstoff Cannabidiol (CBD). Diese Produkte müssten als „Novel Food“ eingestuft werden – entsprechende Zulassungen lägen jedoch bislang nicht vor. Die Verbraucherschützer mahnen zur Vorsicht bei Produkten, die Kinder und Jugendliche ansprechen – vom Verzehr wird abgeraten.

CBD-Boom in Deutschland

Öle, Gummibärchen, Kaugummi, E-Zigartten-Zusatz und Kosmetik – alle möglichen Waren werden mit dem Zusatz beworben. Der Inhaltsstoff soll bei Menstruationsbeschwerden, Schlafstörungen oder Depressionen helfen. Nach Beobachtung der Verbraucherzentralen ist das Internet der Hauptumschlagplatz. Doch auch immer mehr Hanf-Läden eröffnen, wie Wiebke Franz von der Verbraucherzentrale Hessen erklärt. Darüber hinaus bieten auch Drogerien CBD-Produkte an, so können Kunden bei Rossmann das CBD-haltige Kaugummi Taff Inaff mit 5 mg Cannabidiol pro Kaugummi kaufen. Kostenpunkt: 4 Euro für 14 Kaugummis. „In diesen Produkten können gesundheitlich beeinträchtigende Mengen des psychoaktiven Stoffes Tetrahydrocannabinol (THC) enthalten sein“, warnt die Verbraucherzentrale Bayern.

Samen und Blätter legal

Lebensmittel mit bestimmten Pflanzenteilen der Hanfpflanze seien legal. Samen beziehungsweise Öl oder Mehl aus der Pflanze sind traditionelle Zutaten – unter bestimmten Bedingungen dürfen sie vermarktet werden. Die Verwendung von Hanfblättern im Tee sei ebenfalls zulässig.

CBD in der Grauzone

Aus Sicht des Bundesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) muss vor dem Inverkehrbringen entweder ein Antrag auf Zulassung eines Arzneimittels oder ein Antrag auf Zulassung als neuartiges Lebensmittel (Novel Food) gestellt werden. Entsprechende Zulassungen liegen bislang nicht vor. Dem BVL ist derzeit keine Fallgestaltung bekannt, wonach CBD in Lebensmitteln, also auch in Nahrungsergänzungsmitteln (NEM), verkehrsfähig wäre. „Die Produkte dürften also gar nicht verkauft werden“, erklärt Jutta Saumweber, Referatsleiterin Lebensmittel und Ernährung bei der Verbraucherzentrale Bayern. „Da die Sicherheit von CBD in Lebens- und Nahrungsergänzungsmitteln nicht hinreichend belegt ist, raten wir von einem Verzehr ab“, so Saumweber.

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