Verbraucherschutzbericht: Großteil der CBD-Produkte mangelhaft

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Berlin - Die Mehrheit der frei verkäuflichen Lebens- und Nahrungsergänzungsmittel, die Hanf oder CBD beinhalten, sind für den Verzehr durch den Menschen ungeeignet. Zu diesem Ergebnis kam das Verbraucherschutzministerium Baden-Württemberg im kürzlich veröffentlichten Jahresbericht 2019 der amtlichen Lebensmittel-, Trinkwasser- und Futtermittelüberwachung. Fast die Hälfte der untersuchten Lebensmittelprodukte wurden als nicht sicher beurteilt, bei Kosmetika war es fast ein Viertel. Ein Kosmetikprodukt enthielt gar so viel THC, dass ein Verdacht auf einen Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetz vorliegt.

CBD-Produkte liegen weiter im Trend, bleiben aber höchst umstritten. Der aktuelle Jahresbericht des baden-württembergischen Verbraucherschutzministeriums gibt Kritikern nun neue Munition: „Alle in Baden-Württemberg als Nahrungsergänzungsmittel angezeigten CBD-Produkte sowie alle verfügbaren CBD-Produkte im Lager eines großen Internethändlers wurden gezielt beprobt“, erklärt das Ministerium. Demnach haben die Kontrolleure im Ländle 49 Lebensmittelproben zur Untersuchung an das Chemische und Veterinäruntersuchungsamt Karlsruhe geschickt und ernüchternde Ergebnisse erhalten. Fast die Hälfte der Proben wurde als nicht sicher beurteilt.

Grund war dabei stets ein zu hoher Gehalt des psychoaktiven Cannabis-Bestandteils THC. Dessen Gehalt ist nämlich entscheidend für die rechtliche Beurteilung und Einstufung als Lebensmittel. 17 der 49 Proben wurden aufgrund der Überschreitung der toxikologischen Grenzwerte als für den Verzehr durch den Menschen ungeeignet eingestuft, elf weitere Proben wurden gar als gesundheitsschädlich beurteilt.

Dabei wäre mehr als die Hälfte der untersuchten Produkte ohnehin nicht als Lebensmittel verkehrsfähig gewesen. Denn von den 49 Proben hat das CVUA Karlsruhe 29 als nicht zugelassene neuartige Lebensmittel gemäß dem Novel-Food-Katalog der EU klassifiziert. Besondere Defizite gibt es darüber hinaus bei der Kennzeichnung: 32 Proben, also fast zwei Drittel, wurden hier beanstandet. Bei gerade einmal 12 Proben, also nicht einmal jeder vierten, hatten die Kontrolleure nichts zu bemängeln. „Hierbei handelte es sich aber hauptsächlich um Hanfsamenöle und hanfhaltige Getränke, die auf Basis der weitgehend THC-freien Samen hergestellt worden waren“, so der Bericht.

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