Apothekenqualität: Selbstverpflichtung für CBD-Produkte

, Uhr
Berlin -

CBD-Produkte gehen weiter weg wie warme Semmeln – haben aber immer noch ein Imageproblem, weil zu viele halbseidene Anbieter zweifelhafte Qualität in den Markt drücken. Mehrere Unternehmen gründeten vergangenes Jahr den Branchenverband Pro CBD, um nicht nur eine Interessenvertretung für eine bessere Regulierung zu haben, sondern sich von jenen unseriösen Anbietern abzuheben. Das soll unter anderem durch eine Selbstverpflichtung geschehen, die nun veröffentlicht wurde.

CBD hat immer mehr Abnehmer und genauso viel schlechte Presse: Aktuell wird das jährliche Verkaufsvolumen in Deutschland laut Verband auf rund 1,8 Milliarden Euro geschätzt, bis 2025 sollen es gar bis zu 3 Milliarden Euro sein. Doch die Branche hat ein Imageproblem: Tests belegen regelmäßig zu niedrige CBD-, dafür zu hohe THC-Werte, Verunreinigungen, falsche Kennzeichnungen und dergleichen weiter. Vor allem für seriöse Hersteller mit hohem Qualitätsanspruch ist das problematisch – und nicht zuletzt auch für diejenigen, beispielsweise die Apotheken, die ihre Produkte verkaufen.

Der Branchenverband Pro CBD will deshalb die seriösen Anbieter, die Produkte in pharmazeutischer Qualität auf den Markt bringen, bündeln und hat nun eine Selbstverpflichtung erstellt, die Transparenz und Verlässlichkeit in die Qualitätsstandards herstellen soll. „Die Selbstverpflichtung sieht die Initiative Pro CBD nur als ersten Schritt, bis eine umfassende gesetzliche Regelung und eine bundesweit einheitliche konsequente Umsetzung durch die Behörden die Sicherheit der Verbraucher sicherstellt“, so eine Verbandssprecherin.

Demnach verpflichten sich die Unternehmen mit ihrem Beitritt zu einer Reihe von Maßnahmen, die von der Produktion bis zum Marketing reichen: So müsse generell zwischen den drei Hauptproduktgruppen Kosmetik, Lebens- und Futtermittel unterschieden werden, die jeweils den entsprechenden Regelwerken genügen müssen. Eine unklare Unterscheidung beziehungsweise Deklaration bei CBD-Produkten ist ein regelmäßiger Streitpunkt. Allein gemein ist, dass sie den gesetzlichen Höchstwert an THC nicht überschreiten dürfen. „Grundlage für CBD-Produkte auf dem deutschen Markt sind Cannabis-Extrakte, deren Ausgangsmaterial auf dem Feld den THC-Gehalt 0,2 % […] nicht überschreiten oder aus zugelassenen Sorten des europäischen Sortenkatalogs stammen“, heißt es in der Selbstverpflichtung. „Den für die jeweilige Verwendung (z. B. oral, topisch) empfohlenen und als sicher eingestuften THC- Gehalt im Endprodukt hat der Anbieter im Rahmen einer HACCP Studie beziehungsweise Sicherheitsstudie nachgewiesen.“

Lesen Sie auch

APOTHEKE ADHOC Debatte

Mehr zum Thema
Neue Pflegelinie für sensible Haut
Aderma Biology: Pflanzenbasiert und natürlich »
Mehr aus Ressort
Pessina will Apothekenkette verkaufen
Bericht: Walgreens bald ohne Boots »
Natürlich gegen Muskelschmerzen
Voltanatura: GSK bringt Pflanzen-Gel »
Weiteres
Kriedel: „Er tritt die Motivationsbremse noch weiter durch“
Ärzte rechnen mit Spahn ab: „Grenze des Machbaren weit überschritten“»
„Versuchskaninchen im Gesundheitswesen“
E-Rezept: Ärzte wollen Einführung mit Petition stoppen»
Einführung trotz winziger Testzahlen
E-Rezept: BMG hält am 1. Januar fest»
Pessina will Apothekenkette verkaufen
Bericht: Walgreens bald ohne Boots»