CBD in der Freiwahl: Vorsicht bei der Beratung

, Uhr

Berlin - Fachanwälte warnen Händler davor, allzu unbedarft mit CBD-Produkten umzugehen: Sehr viele Anbieter würden nach wie vor – oftmals unbewusst – mit Gesundheitsaussagen werben, die gemäß dem Heilmittelwerbegesetz (HWG) rechtswidrig sind. Das könne juristisch nicht nur auf die Hersteller, sondern auch die Händler zurückfallen – sogar Kundenbewertungen könnten dabei zum Problem werden.

Beim Umgang mit CBD-Produkten ist weiterhin Vorsicht angebracht: Nicht nur ist die Rechtslage unübersichtlich und wird teilweise je nach Region unterschiedlich umgesetzt. Auch die Zahl der Anbieter der unterschiedlichsten CBD-Produkte ist weiter kaum zu überschauen – darunter sehr viele Unternehmen mit hohem Qualitätsanspruch, aber eben auch Glücksritter, die mit fragwürdigen Ölen, Extrakten, Nahrungs- oder Nahrungsergänzungsmitteln am Hype mitverdienen wollen. Noch dazu sind viele Anbieter nicht firm im HWG – und das kann auf die Händler zurückfallen.

„Auch Drittaussagen, die einem Hersteller zugerechnet werden können, wie beispielsweise durch Influencer oder sponsored Content können strafrechtlich Folgen für den Hersteller haben, der hierfür haftet”, erklärt Fachanwalt Kai-Friedrich Niermann gegenüber Cannatrust, einem Bewertungs- und Beratungsportal, das Verbraucher und Hersteller über die rechtliche Situation rund um CBD-Produkte und medizinisches Cannabis aufklärt – in diesem Fall über die Vorgaben des HWG.

Das bedeute, dass auch Online-Kundenbewertungen rechtliche Konsequenzen nach sich ziehen können – zumindest dann, wenn auf derselben Seite CBD-Produkte verkauft oder auf Seiten weitergeleitet wird. Dabei seien nicht nur direkte Aussagen nach dem Muster „CBD wirkt (gegen)…“ strafbar, sondern auch Verweise auf medizinisches Cannabis in der direkten Umgebung des CBD-Produkts. Auch Disclaimer oder bewusst ungenaue Aussagen wie „könnte bei/ gegen… helfen“ entbinden die Handeltreibenden nicht von der Verantwortung.

Lesen Sie auch

APOTHEKE ADHOC Debatte

Mehr zum Thema
Sanktionen für Preisbrecher
Rx-Boni: Kassen warten auf DAV »
Pandemie-Pause ist vorbei
Revisionen nehmen wieder zu »
Mehr aus Ressort
Weiteres
US-Staatsanwälte schreiben an Zuckerberg
Facebooks Umgang mit Impfgegnern»
Nur noch eine Rezeptur pro Verordnung
Platzmangel durch Hash-Code und Z-Daten»
Dosierungsangabe
Achtung Retax: >>2x»