Epilepsie

Cannabis für Kinder empfohlen

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Berlin -

Cannabidiol als Antiepileptikum: In den USA hält GW Pharmaceuticals bereits seit einem Jahr die Zulassung für Epidiolex zur Behandlung zwei seltener Epilepsieformen. Folgt die EU-Kommission der Empfehlung des Humanausschusses für Humanarzneimittel (CHMP) der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) könnte Cannabidiol (CBD) künftig auch hierzulande eine Therapieoption für Kinder sein.

Der CHMP hat für Epidyolex eine Zulassungsempfehlung ausgesprochen. Indiziert ist das Arzneimittel als Zusatztherapie in Verbindung mit Clobazam zur Behandlung von zwei seltenen und schweren Formen der Epilepsie – das Lennox-Gastaut-Syndrom (LGS) und das Dravet-Syndrom. Beide Erkrankungen treten im Kindesalter auf. Eine Zusatztherapie mit Epidyolex kommt bei Patienten ab einem Alter von zwei Jahren in Frage.

Epidyolex könnte als Lösung auf den Markt kommen und enthält 100 mg CBD pro Milliliter. Der genaue Wirkmechanismus ist bislang noch nicht vollständig bekannt. Das Arzneimittel vermag jedoch die Hyperaktivität von Neuronen auf verschiedene Weise zu reduzieren. Zum einen vermittelt das Multi-Target-Drug eine Wirkung über eine Modulation von intrazellulärem Calcium über den G-Protein-gekoppelten Rezeptor-55 (GPR55) und dem Kationenkanal TRP-Vanilloid-Rezeptor. Zum anderen über die Modulation der Adenosin-vermittelten Signalübertragung durch eine Hemmung der zellulären Adenosinaufnahme über den äquilibrativen Nukleosidtransporter 1.

CBD wird im Vergleich zu Tetrahydrocannabinol (THC) keine berauschende Wirkung zugesprochen. Intoxikationen oder ein Rausch bleiben aus. Die Wirksamkeit wurde in drei randomisierten, doppelblinden, placebokontrollierten klinischen Studien mit 516 Teilnehmern bestätigt. Die Probanden waren entweder am LGS oder Dravet-Syndrom erkrankt.

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