Therapieabbrüche

Antiepileptika: Bessere Compliance unter neuen Wirkstoffen? APOTHEKE ADHOC, 10.07.2020 13:51 Uhr

Berlin - Epilepsie-Patienten benötigen in der Regel eine Langzeittherapie, um die Anfälle besser kontrollieren oder sogar gänzlich verhindern zu können. Oft besitzen die Wirkstoffe jedoch massive Nebenwirkungen, die die Compliance beeinflussen und sogar zu Therapieabbrüchen führen können. Neuere Wirkstoffe gelten häufig als besser verträglich – eine Studie hat sich nun mit der Thematik beschäftigt.

Damit eine Therapie konsequent durchgezogen wird, ist die Verträglichkeit des Präparates besonders wichtig. Anderenfalls kann die Compliance erheblich beeinträchtigt werden: Die Medikation wird nur unregelmäßig eingenommen oder auf eigene Faust gänzlich abgesetzt – dadurch wird der Therapieerfolg gefährdet. Viele Antiepileptika besitzen gravierende Nebenwirkungen oder Wechselwirkungen mit anderen Arzneistoffen, weshalb die Therapie schwierig sein kann.

Grund für die zahlreichen Wechselwirkungen ist oft die Enzyminduktion: Vor allem Carbamazepin, Phenytoin und Phenobarbital interagieren mit oralen Kontrazeptiva oder Immunsuppressiva. Daher werden mittlerweile meist neuere Wirkstoffe bevorzugt, welche ein geringeres Interaktionspotenzial und weniger Nebenwirkungen aufweisen, beispielsweise Gabapentin, Levetiracetam oder Topiramat. Doch auch die neueren Substanzen können in Abhängigkeit von der Dosis zu zentralnervösen Beschwerden wie Schwindel, Benommenheit oder Schläfrigkeit führen.

Forscher beschäftigten sich daher nun mit der Frage, ob es bei neueren Wirkstoffen tatsächlich seltener zu Therapieabbrüchen kommt: Mithilfe von Daten einer Kohortenstudie des Glasgower Epilepsiezentrums – der sogenannten „Glasgow-Kohorte“ – wurde geprüft, ob sich die Verträglichkeit nach der Einführung von zahlreichen neueren Antiepileptika verbessert hat.

In die Studie wurden Patienten mit einer neu diagnostizierten Epilepsie und folgender medikamentöser Therapie zwischen Juli 1982 und Oktober 2012 eingeschlossen. Der Nachbeobachtungszeitraum dauerte bis April 2016 beziehungsweise bis zum Tod der Teilnehmer. Ausgeschlossen wurden Patienten mit einer schlechten Compliance, schwerem Alkohol- und Drogenkonsum sowie Verdacht auf Anfälle mit nichtepileptogener Genese. Im Zuge der Studie wurden die Teilnehmer in Abständen von zwei bis sechs Wochen untersucht. Dabei wurden unerwünschte Arzneimittelwirkungen und die Gründe für Therapieabbrüche erfasst.

  • 1
  • 2

APOTHEKE ADHOC Debatte

Neuere Artikel zum Thema

Weiteres
Coronavirus

Risikogruppen schützen

Hausärzte empfehlen keine Tests in Apotheken»

Dank und Mahnung nach Corona-Infektion

Spahn meldet sich aus der Quarantäne zu Wort»

Entwicklungsstaatssekretär Martin Jäger

Nach Treffen mit Spahn: Staatssekretär positiv auf Corona getestet»
Markt

Online-Sprechstunden

Medgate kooperiert mit Apotheken.de»

Pflege und Schutz vor Infektionen

Gepan: Mannose-Gel für den Intimbereich»

Aromatherapie aus dem Allgäu

Echt Dufte: Naturkissen aus Handarbeit»
Politik

Wahl des Vorsitzenden

Corona: CDU verschiebt Parteitag zum 2. Mal»

Freie Apothekerschaft

TSE: 626 Fußballfelder voll Kassenbons – zusätzlich»

Apothekenstärkungsgesetz

VOASG: Temperaturkontrolle für Holland-Versender»
Internationales

Wegen drohender Opioid-Strafen

Walmart verklagt US-Regierung»

Opioid-Epidemie in den USA

Oxycontin: Purdue schließt Milliarden-Vergleich»

Pharmakonzerne

Takeda baut in Österreich»
Pharmazie

Schutzeffekt in Phase-III

Grippeimpfstoff: Tabakpflanze statt Hühnerei»

AMK-Meldung

Neurax: 160 Packungen Tadalafil verloren»

Nicht nur ACE-2

Neuropilin: Zweiter Eintritts-Rezeptor für Sars-CoV-2»
Panorama

Brandsätze gegen Fassade geworfen

Anschlag auf RKI – Staatsschutz ermittelt»

Kunstautomat an der Apotheke

Mini-Gemälde statt Zigarette»

Die Pandemie kreativ nutzen

Ernährungsberaterin, Trainerin und jetzt auch noch Podcast!»
Apothekenpraxis

ApoRetrO – der satirische Wochenrückblick

Spahns Unterschriftenmappe»

adhoc24

Temperaturkontrollen im Versand / Corona-Impfstoff / Schnelltests in Apotheken»

Versandapotheken

DocMorris wirbt für Online-Ärzte»
PTA Live

Lokalanästhetika mit Klümpchenbildung

Rezepturtipp: Polidocanol»

Schutzmaßnahmen und Zukunftssorgen

Apothekenteams fürchten langen Corona-Winter»

Mikronährstoff-Stiefkinder

Wofür ist eigentlich Mangan?»
Erkältungs-Tipps

Erkältung, Allergie, Medikamente

Schnupfen ist nicht gleich Schnupfen»

Wenn die Temperatur steigt

Hausmittel bei Fieber: Wann und wie?»

Erkältung in Corona-Zeiten

No Go: Husten als Stigma»
Magen-Darm & Co.

Fremdkörpergefühl im Hals

Globussyndrom: Auch an den Magen denken»

Trendprodukt Selbsttests

Was können Darmflora-Analysen & Co.?»

Vitamin-B12-Mangel

Fehlender Intrinsic Factor»
Kinderwunsch, Schwangerschaft & Stillzeit

Supplemente in der Schwangerschaft

Folsäure & Jod: Nur die Hälfte ist versorgt»

Geschlechtsbestimmung

Mädchen oder Junge? Der Genetik auf der Spur»

Kaiserschnitt ist kein Muss

HIV und Schwangerschaft»
Medizinisches Cannabis

Sonder-PZN, Lieferengpässe & Co.

Retaxgefahr Cannabis»

Blüte, Extrakt, Kapsel

Cannabis: Schritt für Schritt zur Rezeptur»

Wie setzt sich der Abgabepreis zusammen?

Cannabis-Rezept: Taxierung»
HAUTsache gesund und schön

Verwöhnprogramm für die Haut

Pflege hoch zwei: Gesichtsmaske und Peeling»

Viel hilft nicht immer viel

Überpflegung der Haut»

Aufbau, Alterung und Pflege

Unterschiede von Frauen- und Männerhaut»