Schnelltests in Apotheken: Apps sollen Terminprobleme lösen

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Berlin -

Jetzt geht es also doch los mit den Sars-CoV-2-Schnelltests in Apotheken. Wie so oft in den letzten Monaten muss viel Organisationsarbeit in kürzester Zeit geleistet werden, aber auch die Testabläufe selbst müssen reibungslos über die Bühne gehen – ein besonderes Nadelöhr ist dabei die Terminvergabe. Meist weniger als fünf Minuten werden für den Testablauf pro Patient eingeplant, die Ergebnisse werden also erst nach Verlassen des Testzentrums bekannt gegeben. Doch wie lässt sich sowas bei 100 bis 300 Getesteten am Tag planen und durchführen? Doctorbox und Roche wollen das digital gewährleisten. Auch das italienische IT-Unternehmen Vertical Life hat eine Lösung für die Apotheken entwickelt, die es auf dem deutschen Markt anbietet.

„Wir bilden den gesamten Testprozess in der Software ab, um ihn zu automatisieren und organisatorisch zu optimieren. Dabei übernehmen wir alles von der Terminvereinbarung im Testcenter über die Registrierung bis zur Ergebnisübermittlung an den Patienten und gegebenenfalls ans Gesundheitsamt“, erklärt Doctorbox-COO Julian Maar das Konzept. Um die Ergebnisse aufzurufen, müssen Getestete zunächst die App herunterladen und sich registrieren. Der Schnelltest von Roche erhält einen durch die Software erzeugten, eindeutigen Barcode, den die Getesteten nach dem Öffnen der App mit dem Smartphone scannen können. So lassen sich die Ergebnisse in der Doctorbox-App abrufen oder über die Website einsehen.

„Wir arbeiten mit einer bekannten Terminverwaltungssoftware zusammen, die am Ende des Buchungsprozesses automatisch einen QR-Code generiert. Der wird am Eingang des Testcenters eingescannt und zweimal ausgedruckt: einmal für den Patienten, einmal für den Test selbst“, erklärt Maar. Die Kooperation von Roche und Doctorbox ist keineswegs neu. Patienten können bereits seit Ende März den Befund ihres Corona-Tests via Doctorbox online abrufen, bisher geschah das laut Roche rund 800.000 Mal. Anfang August folgten dann Covid-19-Antikörper-Testbefunde und nun eben die Schnelltests. Jeder Datenaustausch erfolgt laut Unternehmensangaben Ende-zu-Ende verschlüsselt, Doctorbox verfügt über ein ISO 27001-zertifiziertes Information Security Management System (ISMS) und ein ISO 9001-zertifiziertes Qualitätsmanagementsystem (QMS).

„Gemeinsam mit Roche ergänzen wir die bewährte Hochsicherheitsinfrastruktur der Doctorbox durch die SchnelltestToGo-Software und ermöglichen damit die sichere Übertragung von Sars-CoV-2 Schnelltest-Ergebnissen“, so Gründer Dr. Oliver Miltner. „Das Testergebnis gelangt genau dorthin, wo es hingehört: in den zentralen Datenspeicher des Patienten – seine sichere Gesundheitsakte, die Doctorbox.“ Auf diese Weise liege sowohl den getesteten Personen als auch den Gesundheitsämtern das Ergebnis datenschutzkonform schneller und strukturierter vor.

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