Studienergebnisse

Retatrutid: Rekordverdächtiger Gewichtsverlust

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Berlin -

Pharmakonzern Lilly hat die neuen Ergebnisse aus seiner klinischen Phase-3-Studie für Retatrutid veröffentlicht. Der sogenannte Triple-Agonist wird wöchentlich injiziert und spricht gleichzeitig die Rezeptoren der drei Hormone GIP, GLP-1 und Glucagon an. Diese dreifache Wirkungsweise soll den Hunger regulieren und gleichzeitig den Energieverbrauch sowie den Fettabbau optimieren.

Die Studienergebnisse zeigen einen sehr hohen Gewichtsverlust bei Erwachsenen mit Adipositas oder Übergewicht. Nach einer Behandlungsdauer von 80 Wochen erreichten die Studienteilnehmer:innen unter den höheren Dosierungen von 9 mg und 12 mg eine durchschnittliche Gewichtsreduktion von mehr als 25 beziehungsweise mehr als 28 Prozent, was etwa 29 Kilogramm in der 9-mg-Gruppe und fast 32 Kilogramm in der 12-mg-Gruppe entsprach.

Verlust auch bei niedriger Dosis

Selbst bei der niedrigeren Dosierung von 4 mg verloren die Probanden im Schnitt 19 Prozent ihres Körpergewichts. Im Vergleich dazu verzeichnete man in der Placebo-Gruppe lediglich einen minimalen Verlust von 2,2 Prozent. Besonders auffallend sei gewesen, dass weit über die Hälfte der Patient:innen eine Gewichtsabnahme von mindestens 25 Prozent erzielen konnte. In einer Studienverlängerung auf 104 Wochen setzte sich der Gewichtsverlust bei denjenigen, die die Behandlung fortsetzten, sogar bis zu knapp 30 Prozent fort.

Neben dem reinen Gewichtsverlust wirkte sich der Wirkstoff positiv auf weitere wichtige sekundäre Endpunkte aus. So verringerte sich der Taillenumfang bei der höchsten Dosierung im Durchschnitt um etwa 24 Zentimeter, was laut den Forschenden auf eine erhebliche Reduktion des ungesunden viszeralen Fetts hindeutet.

Ergebnisse wie bei chirurgischen Eingriffen

Das Sicherheitsprofil von Retatrutid deckt sich im Wesentlichen mit bereits bekannten inkretinbasierten Therapien auf dem Markt, wie bei Semaglutid oder Tirzepatid. Die am häufigsten gemeldeten Nebenwirkungen betrafen den Magen-Darm-Trakt, darunter primär Übelkeit, Durchfall, Verstopfung und Erbrechen, die vor allem während der Phase der Dosissteigerung auftraten. Mit diesen Ergebnissen setze Retatrutid neue Maßstäbe im Bereich der medikamentösen Adipositas-Therapie und erziele Effekte, die bislang primär chirurgischen Eingriffen, wie Magenbypässen, vorbehalten waren, so Lilly.

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