Freiwahl ohne Sonnenprodukte

Werbung für DocMorris: Apotheker schmeißt CeraVe raus

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Berlin -

Ein Affront gegen Vor-Ort-Apotheken: Das hat Dr. Axel Vogelreuter empfunden, als er in einer Spielpause bei der Fußball-Weltmeisterschaft (WM) die Werbung für CeraVe-Sonnenprodukte gesehen hat. Denn diese endete mit der Empfehlung, die Kosmetik mit einem 15-prozentigen Rabatt bei DocMorris zu bestellen. „Ich bin aus dem Frack gefahren, gerade bei Kosmetik, die wir hier groß promoten, ärgert es mich sehr.“ Bei L’Oréal sieht man sich bei der Unterstützung der stationären Apotheke dagegen gut aufgestellt.

Ende Juni, Deutschland war bei der WM noch gesetzt, stockte Vogelreuter beim Spiel der deutschen Nationalmannschaft gegen Ecuador der Atem. Nicht nur, weil die Südamerikaner die Überhand hatten – auch weil in der Trinkpause Werbung für CeraVe-Sonnenprodukte lief, die mit der Empfehlung endete, diese rabattiert bei DocMorris zu bestellen. „Ich war fassungslos“, sagt der Inhaber der Apotheke am Neumarkt in Köln. Auch andere Marken des französischen Kosmetikkonzerns seien beworben worden.

Apotheker fühlte sich „für dumm verkauft“

„Das ist für mich als lokalen Vertriebspartner ein absoluter Affront und vollkommen inakzeptabel. Loyalität ist nach meinem Verständnis bidirektional ausgerichtet, sofern es zu beiderseitiger Zufriedenheit gelebt werden soll“, sagt er. „Ich verstehe mich grundsätzlich als zuverlässigen und loyalen Geschäftspartner, solange ich nicht das Gefühl habe, dass man mich ‚für dumm verkauft‘ oder Eigeninteressen zu meinen Lasten verfolgt.“

Die Präsenzapotheken hätten aktuell bekanntermaßen mit massiven Problemen zu kämpfen etwa bei der Politik, „die die Präsenzapotheken zur Schlachtbank führt“. Deshalb könne man auf „Partner, die sich als apothekenfreundlich tarnen und als willfährige Helfer das Bolzenschussgerät laden, sehr gut verzichten“. Er kündigte seiner Vertriebsansprechperson an: „Daher werde ich CeraVe-Sonnenprodukte ab sofort vollständig aus meiner Freiwahl nehmen und die komplette L‘Oréal-Präsentation dort deutlich reduzieren.“

Andere Apotheken sollen aufhorchen

Vogelreuter betont, dass auch andere Kolleginnen und Kollegen von dieser Werbung wissen müssten. „Wir werden die Produkte nicht mehr empfehlen.“ Sein Team wies er an, für den Rest des Sommers andere Produkte präferiert zu empfehlen. „Das müssen die spüren.“ In seiner Kölner Center-Apotheke verkauft er im Schnitt pro Monat eine vierstellige Packungsanzahl an L’Oréal-Produkten. „Wir sind ein recht großer Kunde. Das ist extrem ungeschickt und L’Oréal müsste wissen, was so eine Werbung bewirken kann.“

Der Apotheker hätte sich „eine Linie“ vom Konzern gewünscht. Seinen Ärger teilte er auch dem Hersteller mit. Dort betont man das Geschäftsverhältnis mit dem stationären Handel: „Die Apotheke vor Ort ist und bleibt das Fundament, die Heimat und der wichtigste Partner für unsere Marken La Roche-Posay, CeraVe, Vichy und SkinCeuticals. Unser klares Bekenntnis zum stationären Handel und zur pharmazeutischen Beratungskompetenz ist unverändert stark“, sagt eine Unternehmenssprecherin.

L'Oréal verweist auf Rabattgestaltung der Händler

L’Oréal verweist auf die Kampagnen im TV und Internet: Viele Konsumenten würden durch reichweitenstarke Medienkampagnen auf die Marken aufmerksam und suchen anschließend gezielt die persönliche Beratung in ihrer Apotheke vor Ort. Zudem gebe es Schulungen und Veranstaltungen sowie einen Außendienst. „Die Preis- und Rabattgestaltung der beworbenen Angebote liegt dabei rechtlich in der alleinigen Hoheit des jeweiligen Handelspartners“, sagt die Sprecherin.

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