Neues Krebsmedikament

Daraxonrasib: Rasche Zulassung gefordert

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Berlin -

Daraxonrasib gilt als Hoffnungsträger für die Behandlung von metastasiertem Pankreaskarzinom. In den USA wurden beeindruckende Studienergebnisse vorgestellt. Drei Fachgesellschaften fordern jetzt, den Wirkstoff schnellstmöglich verfügbar zu machen.

In einer gemeinsamen Stellungnahme fordern die Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie (DGHO), die Arbeitsgemeinschaft Internistische Onkologie (AIO) und die Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS), dass Daraxonrasib auch Patientinnen und Patienten in Deutschland rasch zugänglich gemacht wird. Hierfür sollten „alle notwendigen Anstrengungen“ unternommen werden. Für Patientinnen und Patienten in den entsprechenden Krankheitsstadien sei die Verfügbarmachung dieser innovativen Therapie von großer Bedeutung.

Pankreaskarzinom gehört zu den prognostisch ungünstigsten Krebserkrankungen. Zu den zentralen, pathogenetischen Faktoren beim Adenokarzinom des Pankreas gehören erworbene Mutationen in den RAS-Genen („Rat Sarcoma Onkogen“), nachweisbar bei mehr als 90 Prozent der Patientinnen und Patienten. Am häufigsten sei die Mutation KRAS Kodon 12.

Therapeutische Fortschritte konnten in den vergangenen Jahren überwiegend in frühen Krankheitsstadien erzielt werden, während die Behandlung fortgeschrittener Verläufe laut den Fachgesellschaften nach wie vor eine große klinische Herausforderung darstellt.

Daraxonrasib sei ein neuartiger, oraler Inhibitor von aktiviertem RAS, sowohl im mutierten als auch im Wildtyp-Status. Die vorliegenden Daten hätten international für große Aufmerksamkeit gesorgt und würden von Expertinnen und Experten als potenziell bedeutender Fortschritt bewertet. Nach Einschätzung der Fachgesellschaften könnte Daraxonrasib künftig einen neuen Standard für Patientinnen und Patienten darstellen, bei denen eine erste Chemotherapie nicht erfolgreich war.

Ergebnisse wecken Hoffnung

Die Ergebnisse der internationalen, randomisierten Phase-III-Studie (RASolute 302) wurden im Rahmen des Jahreskongresses der American Society of Clinical Oncology (ASCO) in Chicago vorgestellt und zeitgleich im New England Journal of Medicine (NEJM) publiziert. In der Studie mit vorbehandelten Patientinnen und Patienten mit metastasiertem Adenokarzinom des Pankreas zeigte der RAS-Inhibitor im Vergleich zur Standardchemotherapie eine statistisch signifikante und klinisch relevante Verbesserung zentraler Endpunkte. So konnten die Ansprechraten gesteigert und sowohl das progressionsfreie Überleben als auch das Gesamtüberleben deutlich verlängert werden.

Konkret lag die Remissionsrate bei 31,6 Prozent vs. 11,2 Prozent in der Kontrollgruppe. Die progressionsfreie Überlebenszeit lag mit 7,2 Monaten doppelt so hoch, die Gesamtüberlebenszeit bei 13,2 vs. 6,7 Monaten.

In der Studie wurden Patientinnen und Patienten zwischen Daraxonrasib oder Chemotherapie nach Wahl des Studienarztes (Gemcitabin/nabPaclitaxel, mFOLFIRINOX, Nal-Iri/5-FU/LV oder FOLFOX) im Verhältnis 1:1 randomisiert. Aufgenommen wurden Probanden mit metastasiertem Adenokarzinom des Pankreas nach Vortherapie mit mindestens einer Fluoropyrimidin- oder Gemcitabin-haltigen Chemotherapie. Ausgewertet wurden 500 Patientinnen und Patienten, vier deutsche Zentren waren beteiligt.

Die Ergebnisse seien nicht nur in der Fachwelt auf große Resonanz gestoßen, sondern weckten auch neue Hoffnung für Patientinnen und Patienten mit fortgeschrittener Erkrankung, so die Fachgesellschaften in ihrer Stellungnahme.

Schnelle Markteinführung

Daraxonrasib ist bisher in keinem Land zugelassen; laut Hersteller Revolution Medicines ist eine rasche Einreichung der Zulassungsunterlagen bei der US-Arzneimittelbehörde FDA und der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) geplant. In den USA wurde laut den Fachgesellschaften ein Early Access Program eingerichtet; der Zugang sei zwar nicht auf amerikanische Staatsbürger beschränkt, eine Aufnahme aber nur über ausgewählte US-Zentren möglich. Die Etablierung eines Compassionate Use Programs in Deutschland sei leider nicht vorgesehen. Weitere Studien beim Pankreaskarzinom beträfen den Einsatz in früheren Krankheitsphasen sowie Kombinationstherapien. Hier seien auch deutsche Zentren aktiv.

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