Lieferengpässe

Ibu-Säfte: Keine Überweiser von Ratiopharm Nadine Tröbitscher, 08.01.2018 15:16 Uhr

Berlin - Die Lieferprobleme setzen sich fort: Auch sechs Monate nach dem Zuschlag als Rabattpartner der AOK kann Ratiopharm die Ibuprofen-Fiebersäfte nicht ausreichend liefern. Bereits im November wurden Überweiser gestrichen. Jetzt kam eine neue Botschaft aus Ulm, die auf keine Besserung der Liefersituation hoffen lässt.

Ratiopharm hat zum Jahresbeginn die Ibuprofen-haltigen Fiebersäfte zu 20 und 40 mg/ml aufgrund der bestehenden Rabattvertragssituation komplett aus dem Überweiser-Geschäft gestrichen. In Ulm hofft man, dadurch die flächendeckende Versorgung mit dem Rabattarzneimittel sicherstellen zu können – „so gut es aufgrund von Warenverfügbarkeit möglich ist“.

Der Konzern will die gesamte derzeit verfügbare Ware umgehend an den Großhandel ausliefern. Dennoch bleibe „die Situation bezüglich der Warenverfügbarkeit weiterhin angespannt“. Apotheken werden gebeten, ihren Bedarf beim Großhandel zu bestellen. „Sofern Sie ihre Warenbezüge bei uns direkt vornehmen, gilt diese Rabattregelung für Bestellungen dieser Artikel auch im Direktgeschäft.“

Ratiopharm hofft, mit einer bedarfsgerechten Bestellung der Apotheken über den Großhandel die Lieferfähigkeit aufrecht zu erhalten. Der Plan scheint so weit aufzugehen, dass aktuell beide Stärken über den Großhandel verfügbar sind. Kann Ratiopharm die geschlossenen Rabattverträge nicht bedienen und in ausreichender Menge Nachschub liefern, könnten Vertragsstrafen drohen. Der Hersteller hatte im Juni von der AOK in allen acht Gebietslosen den Zuschlag bekommen. Einig wurde man sich auch mit DAK und Barmer. Den Vorverkauf startete Ratiopharm bereits im Frühjahr 2017, schon damals bleiben die Regale leer. Aus Ulm kamen nur kleine Lieferungen. Im vergangenen Jahr wurden noch Überweiser bevorzugt behandelt, doch im November sollte damit Schluss sein. Einem Sprecher zufolge war eine Rohstoffverknappung bei Ibuprofen der Grund für den Engpass.

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