Ratiopharm streicht Überweiser

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Berlin - Auch wenn die Großhändler es nicht gerne sehen: Viele Apotheken bestellen bestimmte Artikel zu günstigeren Konditionen direkt beim Hersteller. Bei den sogenannten Überweisern wird die Ware trotzdem über den Großhandel ausgeliefert, der so immerhin ein bisschen daran verdient. Doch Ratiopharm dreht diesen Hahn bei einzelnen Produkten jetzt zu – wegen der Rabattverträge.

Eine Apotheke hatte wie gewohnt den Ibuprofen-Fiebersaft bei Ratiopharm bestellt. Doch der Hersteller antwortete, dass man derzeit bei dem Produkt für Kinder à 20 mg/ml sowie bei der Variante mit 40 mg/ml nicht voll lieferfähig sei. Die Apotheke möge bitte über den Großhandel bestellen, dieser sei ausreichend beliefert worden.

Der Einkäufer der Apotheke äußerte sein Unverständnis über diese Mitteilung. Schließlich bekomme er die Ware doch so oder so vom Großhandel geliefert. Er fühle sich vom Hersteller „veräppelt“.

Ratiopharm erklärte sich mit einem Rabattvertrag. Man könne den Fiebersäfte derzeit nicht als Überweiser anbieten, um lieferfähig zu bleiben. Die Kunden könnten die Ibu Ratiopharm Fiebersäfte in bedarfsgerechten Mengen direkt beim Großhandel bestellen. Nur nur so könne der Hersteller eine langfristige Lieferfähigkeit sicherstellen. Ein Sprecher des Herstellers bestätigte gegenüber APOTHEKE ADHOC, dass man diese Maßnahem ergriffen habe, „um eine bedarfsgerechte Versorgung der Patienten flächendeckend sicherzustellen“.

In der Tat hat Ratiopharm im großen Stil Rabattverträge über den Fiebersaft geschlossen. Der Hersteller ist unter anderem Partner bei allen AOK, der Barmer und der DAK. Und den Pharmaunternehmen drohen Regresse, wenn sie die vereinbarte Menge nicht liefern können.

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