Problemfall Ibuprofen: Jetzt wird ausgeeinzelt

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Berlin - Apotheker in Erklärungsnot: Kaum war der Engpass der Ibuprofen-haltigen Säfte zu 4 Prozent überwunden, folgten die nächsten Lieferprobleme. Seit Wochen fehlt das nicht-steroidale Antirheumatikum (NSAR) zu 600 mg. Über die Gründe lässt sich am HV nur spekulieren. Betroffen sind vor allem Packungen zu 20 beziehungsweise 50 Tabletten.

Wie Kollegen im gesamten Bundesgebiet stehe auch er derzeit vor einer „extra nervigen Aufgabe“, sagt ein Kollege aus Hessen. „Dass Ibuprofen mal nicht lieferbar ist, hätte ich nicht gedacht“, erzählt er. Zwar könne er den Arzneistoff nicht aus dem Stegreif und unter Reinraumbedingungen herstellen. Aber im Handverkauf herrsche Erklärungsnot, denn Großhändler und Hersteller teilten die Ursache oft nicht mit.

Die Firmen geben „die Rohstoffknappheit für Ibuprofen“ als Ursache für den Engpass an. Ratiopharm teilt mit, „den vorhandenen Rohstoff ausgewogen auf die verschiedenen Wirkstärken zu verteilen“. Hexal bestätigt die Aussage des Konkurrenten: „Der Grund für den Engpass bei Ibuprofen 600 ist tatsächlich die Verfügbarkeit des Wirkstoffes. Der ist in diesem Jahr leider sehr knapp. Wir hoffen jedoch, bald wieder voll lieferfähig zu sein.“

Wer genau der Verursacher sein soll, wird nicht kommuniziert. Tatsache ist, dass der Weltmarkt für Ibuprofen beherrscht wird von Xinhua Pharmaceutical (China), Shasun (Indien), Xinhua-Perrigo Pharmaceutical (USA/China), BASF (Deutschland/USA), IOLCP (Indien), SI Group (USA), Granulat Biocause (China) und Hisoar (China). Im Juli 2017 hat BASF auf die weltweit gestiegene Nachfrage nach Ibuprofen reagiert. Am Standort Ludwigshafen entsteht die erste World-Scale-Produktionsanlage für Ibuprofen in Europa, 2021 soll sie in Betrieb gehen.

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