Lieferengpässe

Ibuprofen: Wer was weiß, bitte melden! Patrick Hollstein, 04.07.2018 09:16 Uhr

Berlin - Die andauernden Lieferengpässe halten die Apotheken in Atem. Und am Beispiel von Ibuprofen zeigt sich einmal mehr, dass Deutschland auf Turbulenzen am Weltmarkt längst nicht vorbereitet ist. Die Verantwortlichen irrlichtern auf der Suche nach Informationen umher, auch weil ihnen Befugnisse fehlen. Das Engpassmanagement beschränkt sich darauf, den Problemen hinterher zu jagen.

Vom Ausfall der Ibuprofen-Produktion bei BASF wurde auch das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) überrascht. Nachdem zahlreiche große Medien den Beitrag von APOTHEKE ADHOC aufgegriffen hatten, sah man sich in Bonn veranlasst, der Sache auf den Grund zu gehen. Die offizielle Erklärung dazu liest sich wie folgt: „Das BfArM steht mit den beteiligten Fachkreisen und insbesondere der pharmazeutischen Industrie bereits im engen Austausch, um bei Bedarf bei den beteiligten Akteuren Lösungsmöglichkeiten im Sinne der Patientenversorgung anstoßen zu können.“

Doch der tatsächliche Wortlaut der Abfrage veranschaulicht, wie hilflos selbst die zuständige Überwachungsbehörde ohne ausreichende Informationen ist. Eine Mitarbeiterin aus der verantwortlichen Abteilung verschickte in der vergangenen Woche per E-Mail einen regelrechten Hilferuf an die Hersteller-, Apotheker- und Ärzteverbände. Darin hieß es: „Im Zusammenhang mit dem Pressebericht zu einer aktuellen Verknappungssituation von Ibuprofen bitten wir um Ihre Unterstützung hinsichtlich weiterer Informationen. Dem BfArM liegen gegenwärtig keine Informationen zu einer Wirkstoffverknappung vor.“ Beim letzten Jour fixe sei in Bezug auf den damals nicht verfügbaren Ibuprofen-Saft konstatiert worden, dass es keine Produktionsausfälle gegeben habe und dass lediglich die lange Grippewelle Ursache für die Verknappung gewesen sei.

„Damit stellt sich die Frage, ob es eine Veränderung der Situation gegeben hat in der Zwischenzeit“, so die Mitarbeiterin in ihrer formlosen Mail weiter. „Es wäre sehr hilfreich Ihre Einschätzung der konkreten Situation zu erhalten und, sofern verfügbar, auch darüber hinausgehende Informationen (eventuelle Ursachen, Umfang etc.). Ließe sich das ggf. bis spätestens kommenden Dienstag realisieren?“

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