Kommentar

HIV-Selbsttests: Warum Diskretion besser ist als Anonymität Alexander Müller, 19.09.2018 11:38 Uhr

Berlin - Der Bundesrat wird am Freitag vermutlich beschließen, dass HIV-Selbsttests künftig frei im Handel verkauft werden dürfen. Die Politik will damit einen niedrigschwelligen Zugang ermöglichen. So richtig der Ansatz ist, eine ideale Lösung gibt es in dieser Frage nicht, kommentiert Alexander Müller.

Die Schattenseite des möglichst anonymen Tests ist, dass der Betroffene mit einem positiven (oder falsch-positiven) Befund allein ist – jedenfalls ohne fachliche Beratung. Man kann den Standpunkt vertreten, dass das jeder für sich selbst entscheiden kann. Man darf auf der anderen Seite unterstellen, dass nicht jeder richtig abschätzen kann, wie er reagieren wird. Das mag für Jugendliche im Besonderen gelten.

Die Apotheker hätten sich deshalb gewünscht, dass es für die Selbsttests eine Apothekenpflicht gibt. Aber damit allein wäre das Problem nicht gelöst. Wenn der Test in der Apotheke nur auf Kundenwunsch möglichst diskret abgegeben wird, ist dieser damit trotzdem später allein.

Das Angebot müsste sein: Die Apotheker schulen sich über die fachlichen Fragen hinaus für diese spezielle Beratungssituation und entwickeln einen Leitfaden dafür. Die räumlichen Voraussetzungen sind gegeben, das Vertrauensverhältnis sollte es auch sein. Schwerpunktapotheken leben das heute schon vor.

Und dann? Der Kunde muss den Test selbstverständlich nicht im Beratungsraum durchführen. Aber er geht mit Sicherheit besser vorbereitet in die Situation, wenn er vorher mit einem Fachmann gesprochen hat. Hier reichen mitunter einfache Tipps: Verfallen Sie bei einem positiven Ergebnis nicht in Panik. Suchen Sie in diesem Fall einen Arzt auf oder kommen Sie gerne wieder zu uns. Wiederholen Sie den Test unabhängig vom Ausgang – wegen der Inkubationszeit auch mit zeitlichem Abstand und so weiter.

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