Praxis Vielfalt: „Ein sicherer Ort für alle“

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Berlin -

Die Deutsche Aids-Hilfe und die AOK wollen ab September ein gemeinsames Gütesiegel vergeben: „Praxis Vielfalt“ soll an Arzt- und Zahnarztpraxen verliehen werden und HIV-positiven sowie nicht heteronormativen Patienten signalisieren, dass sie dort gut aufgehoben sind. Dazu werden Fortbildungsmaterialien erarbeitet und Schulungen durchgeführt.

Diskriminierung, Schweigepflichtverletzung, Benachteiligung bei der Terminvergabe und in Extremfällen sogar die Weigerung, einen Patienten zu behandeln: Die Beschwerden, die bei der Kontaktstelle zu HIV-bezogener Diskriminierung eingehen, lassen erahnen, wie oft sowohl HIV-positive als auch LSBTQ-Menschen ungerechter Behandlung ausgesetzt sind. LSBTQ steht für lesbische, schwule, bisexuelle Menschen sowie Transgender- und queere Personen. Wie für allen anderen Menschen auch sollten Ärzte und Apotheker eigentlich Vertrauenspersonen für sie sein, doch viele können genau dieses Vertrauen nicht aufbauen, weil sie schlechte Erfahrungen mit dem Gesundheitspersonal machen.

Dafür Bewusstsein und Betroffenen Anlaufstellen zu schaffen, in denen sie sich sicher fühlen können, haben sich beide Partner verschrieben. Das Projekt „zielt darauf ab, einen konkreten Beitrag zur diskriminierungsfreien Gesundheitsversorgung zu leisten“, so die Aids-Hilfe. Finanziert wird es durch Mittel der AOK Gesundheitskasse.

Bei Konzeption und Entwicklung wurden deshalb Akteure mit vielerlei Hintergründen eingebunden, von Menschen mit HIV über LSBTQ-Personen, Ärzten bis hin zu HIV-Fachgesellschaften sowie LSBTQ- und Migrantenorganisationen. Gemeinsam haben sie Qualitätsstandards entwickelt, die für eine diskriminierungsfreiere Versorgung der genannten Gruppen stehen sollen.

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