HIV-Prophylaxe

Neue Studien bestätigen Wirkung von PrEP

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Amsterdam/Berlin -

Neue Forschungsergebnisse bekräftigen die Wirksamkeit vorbeugender HIV-Medikamente. Heute wurden bei der Welt-Aids-Konferenz in Amsterdam mehrere Studien zu dem Thema vorgestellt. Demnach steckten sich Männer nicht mit dem Virus an, wenn sie täglich eine sogenannte PrEP-Pille einnahmen. Sie waren auch geschützt, wenn sie nur gezielt vor und nach dem Sex mit einem Mann ohne Kondom das Medikament einnahmen.

PrEP ist die Abkürzung für Prä-Expositions-Prophylaxe (PrEP). Die Medikamente verhindern, dass sich HIV in den Körperzellen vermehren kann. Eine weitere Studie zeigte, dass HIV-infizierte Männer, die gut behandelt werden, das Virus nicht übertragen.

„Das ist eine neue Ära der HIV-Prävention“, sagte die Präsidentin der Internationalen Aids-Gesellschaft und Vorsitzende der Konferenz, Professor Dr. Linda-Gail Bekker. Bei einer gezielten Verbreitung der Medikamente könnten zahlreiche neue Infektionen verhindert werden.

HIV-Infektionen können inzwischen gut mit Medikamenten behandelt werden, einen Impfstoff gibt es aber noch nicht. Ergebnisse einer Langzeitstudie seien vielversprechend, aber einen Durchbruch gebe es noch nicht, erklärten Forscher in Amsterdam.

Bislang ist die PrEP nicht im Leitungskatalog der Krankenkassen aufgenommen, das soll sich aber bald ändern. Das hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) kürzlich angekündigt. Neben der Kostenübernahme sollen Risikogruppen auch einen Anspruch auf ärztliche Beratung und Untersuchung erhalten. Bisher müssen Betroffene die Kosten für die Prophylaxe in Höhe von 50 bis 70 Euro monatlich in der Regel selbst übernehmen.

Laut Deutscher Aids-Hilfe lassen sich bisher rund 5000 Menschen in Deutschland die Wirkstoffkombination Emtricitabin/Tenofovir auf Privatrezept verschreiben. Zum Einsatz kommt das Originalpräparat Truvada (Gilead) sowie Generika.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat die PrEP auf die Liste der unentbehrlichen Arzneimittel gesetzt. In den USA und Frankreich kommt die HIV-Prophylaxe schon länger zum Einsatz. In anderen Ländern wie England oder in Metropolen wie San Francisco hat es zu einem erheblichen Rückgang der HIV-Neuinfektionen beigetragen.

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