PrEP mit Tenofovir-Vaginalgel

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Berlin - Eine Tablette täglich mit der Wirkstoffkombination Emtricitabin und Tenofovir kann vor einer HIV-1-Infektion schützen. 2016 wurde die EU-Zulassung für die Prä-Expositionsprophylaxe (PrEP) erteilt. Jedoch wird weiter nach Alternativen geforscht. Eine Studie aus dem Jahr 2010 untersuchte die Wirksamkeit eines 1-prozentigen Tenofovir-Vaginalgels. Entscheidend ist neben der Compliance offenbar die Vaginalflora.

Zwischen 2007 und 2010 wurde die zweiarmige, doppelblinde, randomisierte, placebokontrollierte Studie Caprisa mit 774 Probandinnen in Südafrika durchgeführt. Die Ergebnisse wurden im Magazin „Science“ veröffentlicht. Die Frauen im Alter von 18 bis 40 Jahren waren HIV-negativ und sexuell aktiv. Über einen Studienzeitraum von 30 Monaten wurden die Frauen entweder mit Verum oder Placebo behandelt.

Das 1-prozentige Tenofovir-Gel wurde sowohl bei der täglichen als auch der koitalen Anwendung als sicher eingestuft. Im Gesamtergebnis konnte in der Verum-Gruppe das Risiko für eine Ansteckung mit HIV im Vergleich zu Placebo um etwa 39 Prozent gesenkt werden, wenn die Adhärenz bei weniger als 50 Prozent lag. Doch auch bei Frauen, die das Gel regelmäßig und konsequent anwendeten, konnte das Risiko einer Neuinfektion nur um etwa 54 Prozent gesenkt werden.

Da die Adhärenz nur eine untergeordnete Rolle in Bezug auf die Wirksamkeit zu spielen scheint, forschten Wissenschaftler weiter und untersuchten das Vaginalsekret der Probandinnen der Caprisa-Studie. Im Februar wurden im Fachjournal „Nature Medicine“ die Ergebnisse veröffentlicht. Die Post-hoc-Analyse zeigte, dass Entzündungen der Vaginalschleimhaut die Tenofovir-Wirkung herabsetzen können. Insgesamt konnten neun verschiedene Zytokine nachgewiesen werden. Bei etwa 500 Probandinnen – und somit dem Großteil – wurden mehr als drei entzündliche Zytokine nachgewiesen.

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