HIV-Selbsttests

„Apotheken werden zur Anlaufstelle werden“ Carolin Ciulli, 19.09.2018 10:36 Uhr

Berlin - Beim Verkauf von HIV-Selbsttests werden Apotheken zur ersten Anlaufstelle für Kunden werden. Davon geht die Berliner Apothekerin Claudia Neuhaus aus. Ihre Witzleben-Apotheke ist seit 1994 auf HIV-Patienten spezialisiert. „Auch für andere Apotheken ist es wichtig, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen“, sagt sie. Wichtig bei der Beratung sei psychologisches Geschick.

Ab Oktober sollen die Heimtests auch in Deutschland verkauft werden dürfen. Neuhaus hat bereits erste HIV-Selbsttests bestellt. Die Apothekerin sitzt im Vorstand der Deutschen Arbeitsgemeinschaft HIV- und Hepatitis-kompetenter Apotheken (DAH²KA). Der Verein wies im Sommer das Bundesgesundheitsministerium (BMG) darauf hin, dass es zwingend erforderlich sei, „die Abgabe von HIV-Test-Kits mit dem Angebot einer qualifizierten und individuellen Beratung zu verbinden“.

Die Heimtests sollten nur von medizinischem Fachpersonal abgegeben werden, fordert Neuhaus. Eine Leitlinie der Bundesapothekerkammer (BAK) zur Beratung sei nicht geplant, sagt eine BAK-Sprecherin.

Den HIV-Apothekern geht es nicht um eine Bevormundung oder Zwangsberatung. Der Verbraucherschutz habe besonderes Augenmerk, hieß es in einer Stellungnahme an das BMG. Jeder müsse die Möglichkeit haben, alle Fragen rund um den Test und zu einer möglichen Infektion persönlich zu besprechen. Bisher können die Tests nicht durch die Patienten selbst, sondern nur in Praxen oder anderen medizinischen Einrichtungen durchgeführt werden. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sprach sich jedoch gegen eine Apothekenpflicht für die geplanten Heimtests aus.

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