Spahn: Keine Apothekenpflicht für HIV-Tests

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Berlin - Ab Herbst sollen HIV-Selbsttests auch außerhalb von Apotheken angeboten werden können. Das sieht ein Entwurf von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) zur Medizinprodukte-Abgabeverordnung (MP-AV) vor. Dagegen wehrt sich die ABDA. In einer Stellungnahme fordert sie die Apothekenpflicht für HIV-Selbsttests. Der Grund: Eine fundierte Beratung sei notwendig.

„Der Referentenentwurf zur Verordnung zur Änderung der Medizinprodukte-Abgabeverordnung sieht keine Apothekenpflicht für die HIV-Selbsttests vor“, bestätigte ein Sprecher des Bundesgesundheitsministeriums. Die ABDA hingegen pocht auf Exklusivität: „Wir regen an, die In-vitro-Diagnostika für die Eigenanwendung zum Nachweis einer HIV-Infektion in Anlage 2 zu § 2 Nr. 3 MPAV aufzunehmen und damit der Apothekenpflicht zu unterstellen. Nur hierdurch kann gewährleistet werden, dass bei der Abgabe der HIV-Selbsttests eine fundierte Beratung durch pharmazeutisches Personal im Rahmen der Beratungspflichten geliefert wird“, heißt es in der ABDA-Stellungnahme.

Eine Abfrage bei den Mitgliedern der Pharmaceutical Group of the European Union (PGEU) habe ergeben, dass in mehreren Mitgliedstaaten die Abgabe von HIV-Selbsttests vorwiegend über Ärzte und Apotheken erfolge. In Österreich, Dänemark, Irland und Spanien sei dies überdies rechtlich verbindlich vorgeschrieben, so die ABDA.

Spahn hatte kürzlich angekündigt, dass HIV-Selbsttests auch hierzulande für jedermann freiverkäuflich zu erhalten sein sollen: „Der HIV-Selbsttest ist ein Meilenstein beim Kampf gegen Aids“, so Spahn. „Er kann auch jene erreichen, die sich sonst nicht testen lassen würden.“ In Deutschland leben nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts etwa 12.700 Menschen mit HIV, ohne es zu wissen. Insgesamt sind in der Bundesrepublik knapp 90.000 Menschen mit dem Erreger der Immunschwächekrankheit Aids infiziert.

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