Tarifverhandlungen

Adexa: Nachtdienst unter Mindestlohn APOTHEKE ADHOC, 29.06.2018 07:53 Uhr

Berlin - Geht es nach Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD), werden die Mindestlöhne ab 2019 angehoben. Davon sollen auch die Berufsgruppen in den Apotheken und deren Nachtdienste profitieren. Das fordert die Apothekengewerkschaft Adexa. Denn bislang erhielten sie niedrigere Vergütungen als den Mindestlohn. Die Gewerkschaft will dieses Anliegen auf die Tagesordnung der nächsten Tarifverhandlungen setzen.

Beschäftigte sollen ab dem kommenden Jahr mindestens 9,19 statt wie derzeit 8,84 Euro brutto pro Stunde erhalten. Ab 2020 soll die Untergrenze noch einmal auf 9,35 Euro pro Stunde steigen. Darauf hat sich die Mindestlohnkommission verständigt, die aus Arbeitnehmer- und Arbeitgebervertretern besteht. Davon ausgenommen sind Auszubildende, Pflichtpraktikanten oder Personen in Praktika unter drei Monaten, aber auch Langzeitarbeitslose in den ersten sechs Monaten nach einer Aufnahme einer neuen Beschäftigung. Es sei davon auszugehen, dass sich Minister Heil die Vorschläge zu eigen mache, so die Adexa.

„Das Thema hat auch für angestellte Approbierte, Apothekerassistenten und Pharmazie-Ingenieure Relevanz“, sagt Tanja Kratt, Leiterin der Tarifkommission. Für die zehn Stunden zwischen zwischen 22 und 8 Uhr erhielten sie bislang entweder 5,5 Stunden Freizeit oder 85 Euro Vergütung. Der Gehaltsbestandteil entspreche 8,5 Euro pro Stunde und liege damit unter dem derzeit gültigen Mindestlohn. „Bei den aktuellen Tarifverhandlungen fordern wir von den Arbeitgebern, hier nachzubessern“, so Kratt. „Diese Vergütung ist absolut nicht mehr zeitgemäß, insbesondere vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels.“

Auch Boten, Reinigungskräfte und Büromitarbeiter in den Apotheken sollten darauf achten, nicht unter dem gesetzlichen Mindestlohn zu arbeiten, warnt die Adexa. Das Mindestlohngesetz schreibe zudem vor, dass für Einkommen von weniger als 2000 Euro brutto, Beginn, Dauer und Ende der Arbeitszeiten grundsätzlich zu dokumentieren seien. „Dies betrifft insbesondere die Berufsgruppe der PKA.“

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